Christophorusschule in Oberurff feiert am Samstag ihren 60. Geburtstag

Nur keine Reichenschule

Lernen im schattigen Plätzchen unterm Schloss: Elisa Härlin (16) , Lukas Heimrich (16) und Aischa Wondratschke im luftigen Klassenzimmer der Christophorusschule in Oberurff. Foto: Thiery

Oberurff Von der kleinen Internatsschule zu einer der großen Schulen im Kreis: Die Christophorusschule in Oberurff hat im Jahr ihres 60-jährigen Bestehens 1089 Schüler. Am kommenden Wochenende feiert sie ihr Bestehen mit einem Schulfest am Samstag, 29. Juni, von 10 bis 16 Uhr auf dem Schulgelände.

Die Schule war in der jüngeren Vergangenheit vor allem im Gymnasialzweig deshalb sehr gefragt, weil sie sich gegen den Trend von G8 gestellt hatte und die Schüler weiter in neun Jahren zum Abitur führt. „Das war eindeutiger Elternwunsch“, sagte Schulleiter Winfried Heeger.

Keiner darf verloren gehen

Als Privatschule konnte sie dies umsetzen und beides anbieten. G8 war bald gar nicht mehr gefragt. Mit dieser Konsequenz folgte die Schule ihrem Leitmotiv, jeden Schüler nach seinen Bedingungen zu fördern und ihm dafür auch Zeit zu lassen. „Keiner darf verloren gehen“, lautet das Motto der nach christlichen Grundsätzen geführten Schule. Das Leitbild wird auch in der Mensa sichtbar. An der Wand hängt ein Bildnis des heiligen Christophorus, vor dem Essen wird gebetet.

„Das Gelände am Schloss in Niederurff bot sich bei der Schulgründung an“, sagte der Pressesprecher der Schule Daniel Jukic. Dort hatte Freiherr von Buttlar nach dem Krieg eine kleine Dorfschule eingerichtet. Im ehemaligen Schloss befinden sich die Verwaltung, die Wohnräume der Internatsmädchen und die Mensa. Auf dem parkähnlichen Gelände verteilt liegen Klassenräume, Cafeteria, Turnhalle, Sportplatz, Naturwissenschafts-Haus, Bibliothek und die Unterkünfte für die Jungen. „Trotz Schloss ist das bei weitem kein Reicheninternat“, sagte der Schulleiter. Viele der 120 Internatskinder werden besonders gefördert, einer der Schwerpunkte ist Legasthenie. 969 Kinder stammen aus der Region, „Die Finanzierung der Privatschule wird mit einem Sockelbeitrag pro Schüler (75 bis 85 Prozent) vom Land Hessen gefördert“, sagte Heeger. Die Schüler zahlen 123 Euro.

Demnächst soll das naturwissenschaftliche Gebäude erneuert werden, eine neue Turnhalle ist geplant. Angesichts der zurückgehenden Schülerzahlen ist der Schulleiter zuversichtlich. „Das Angebot und Nischen werden künftig den Schulbetrieb am Schloss attraktiv halten“, sagte Heeger.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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