Keine weitere Krippe in Spangenberg - Parlament lehnt Ausbau ab

Kein Platz für Kleinkinder: In der Kita Am Schlossberg in Spangenberg wird es keine Krippenplätze geben. Archivfoto: Feser

Spangenberg. In Spangenberg wird es keine zusätzlichen Krippenplätze geben. Das Parlament hat in seiner jüngsten Sitzung einen Umbau der Kita Am Schlossberg abgelehnt. Die Evangelische Kirche als Träger des Kindergartens hatte den Antrag zur Errichtung von Krippenplätzen gestellt.

Begründet hatte Pfarrer Volker Mantey während der Parlamentssitzung die Notwendigkeit von weiteren Krippenplätzen: Die Kinder in den Kindergärten seien heutzutage jünger und würden länger bleiben. „Vierjährige, die nur vormittags in den Kindergarten gehen - das gibt’s so gut wie gar nicht mehr.“ Zudem teilte er mit, dass einige Eltern ihre größeren Kinder Am Schlossberg und die Kinder unter drei Jahren am Alten Bahnhof untergebracht hätten. „Das kann dazu führen, dass die Schlossberg-Kita so langsam austrocknet.“

Nach den Plänen der Kirche sollten 15 U3-Plätze für Kinder ab einem Jahr Am Schlossberg eingerichtet werden. Der Bau, für den es bereits einen Architektenentwurf gibt, sollte laut Mantey rund 270 000 Euro kosten: 90 Prozent könnten vom Land gefördert werden; den Rest müssten Kirche als Träger und Stadt als Eigentümer des Gebäudes zu gleichen Teilen übernehmen.

„Mit Krippenplätzen sind wir in Spangenberg zurzeit voll ausgelastet“, sagte Peter Danke (CDU) vom Haupt- und Finanzausschuss, „es gibt gar keine Warteliste.“ Gleichwohl müssten die Stadtverordneten die demografische Entwicklung und das Risiko, dass sich Eltern in Krippenplätze einklagen können, abwägen. Bereits im Ausschuss war die Entscheidung denkbar knapp ausgefallen: Bei vier Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurden die neuen Krippenplätze abgelehnt.

Annette Koch, Stadtverordnete der FDP, gab zu bedenken, dass heutzutage häufig beide Elternteile berufstätig seien: „Wir orientieren uns am Bedarf und nicht an der Anzahl der Geburten“, sagte sie und kündigte an, dass ihre Fraktion für den Ausbau sei.

Karlheinz Brede (SPD) betonte, dass es zu diesem Thema keine Empfehlung seiner Fraktion gebe, jeder solle frei entscheiden. Der Fraktionschef stellte jedoch fest, dass die Stadt mit zusätzlichen Krippenplätzen für sich als kinderfreundliche Stadt werben könne. Gleichwohl gebe es keinen konkreten Bedarf: Stattdessen würden im Februar 2015 zwei Krippenplätze im Kindergarten Alter Bahnhof frei.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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