Widerstand gegen Windpark formiert sich: Unterschriftenliste wurde übergeben

Keine Windräder im Wald

So könnte der Windpark aussehen: Die Fotomontage der EAM Natur zeigt, wie der Blick in Richtung Klosterkirche auf die Windräder aussehen würde. Vier der sechs geplanten Windräder wären von dort aus zu erkennen. Montage: EAM Natur/nh

Immichenhain/Schrecksbach. Der Widerstand gegen den geplanten Windpark „Die Gleiche“ im Immichenhainer Wald formiert sich weiter. Nachdem jüngst die Immichenhainer Bürgerinitiative (BI) erstmals öffentlich in der Ottrauer Gemeindevertretersitzung (wir berichteten) ihre Argumente gegen die Windkrafträder vorgestellt hatte, übergab sie nun eine Unterschriftenliste an den Ortsbeirat Immichenhain.

320 Unterschriften von wahlberechtigten Immichenhainern sammelte die Bürgerinitiative. Hinzu kommen 30 Unterzeichner aus dem Bereich Schrecksbach. Mit ihren Unterschrift unterstützen die Anwohner die BI und sprechen sich gegen den geplanten Windpark aus.

Der Ortsbeirat soll die Unterschriftenlisten nun in die gemeindlichen Gremien einbringen, teilte Heidemarie Bernhardt, eine Sprecherin der BI, mit. Sie kritisiert, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft wenig transparent vorgehe. „Man muss die Ängste und Bedenken der Bürger doch ernst nehmen“, sagte Heidemarie Bernhardt. Gemeinsam müsse man nach Alternativen suchen.

Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz stellte dem Ortsbeirat kürzlich den Planungsstand aus seiner Sicht vor. Er geht nach derzeitigen Berechnungen von Einnahmen in Höhe von 3,1 Millionen Euro aus, die Ottrau im Laufe der Jahre durch den Windpark erzielen könnte. Diese Rechnung beinhaltet auch, dass sich die Gemeinde an einer Anlage beteiligt. Ihre Zustimmung dazu hat die Gemeindevertretung allerdings noch nicht erteilt. Offiziell sei die BI noch nicht an ihn oder den Gemeindevorstand herangetreten, sagte Miltz. So sei für ihn noch unklar, wer genau sich in der BI zusammenschloss und welche Forderungen gestellt werden. „Ich bin zu Gesprächen bereit“, betonte der Bürgermeister.

„Der Bürgermeister hofft, durch den Windpark die Gemeindekasse sanieren zu können“, sagte Alexander Stein, ebenfalls Sprecher der BI. Miltz vertrete nur Stimmung für die Windenergie. Stein hingegen bezweifelt, dass die Gemeinde so hohe Gewinne mit den Windrädern mache, wie es der Bürgermeister derzeit darstelle. Er stellt die Wind-Gutachten infrage, auf denen sich die derzeitigen Wirtschaftlichkeitsberechnung stützt. „Zudem werden bei der Planung naturschutzrechtliche und gesundheitliche Beeinträchtigungen außer Acht gelassen“, so Stein.

In Schrecksbach und den Eggenhöfen geht das Unterschriftensammeln derweilen weiter. „Wir wollen, dass der Windpark gar nicht entsteht“, sagte Heinz Möller, er wohnt in den Eggenhöfen. Die beiden geplanten Windräder auf Schrecksbacher Gebiet würden davon 850 Meter weit entfernt sehen. „Das ist viel zu wenig“, betonte Möller.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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