In Neukirchen und Frielendorf wurde an die Opfer der Pogromnacht erinnert

Kerzenlicht und leise Klänge

Gedenken: Birger Fey und Marco Firnges (oben) in Frielendorf und Schülerinnen am Gedenkstein in Neukirchen. Fotos: Camrath/Rose

Kerzenlicht erhellte am Dienstagabend den Gedenkstein an der Neukirchener Untergasse. Wo einst die Synagoge stand, hatten sich Menschen versammelt, um gemeinsam an die Greuel der Reichspogromnacht 1938 zu erinnern.

Pfarrerin Nora Dinges und Pater Klaus Gajowski fanden mahnende Worte für die Verfolgung und Ächtung der jüdischen Einwohner. „Auch Neukirchen verschonte seine Juden nicht“, erklärte Dinges. Zu Psalmen und Gebeten gab es Musik: Ewald Dilling spielte jüdische Klänge auf der Klarinette. In aller Stille machten sich die Gäste nach der Andacht auf den Weg ins Rathaus, um mit Autorin Barbara Greve über das dunkle Kapitel Stadtgeschichte zu sprechen.

In Frielendorf waren anlässlich des Jahrestages etwa 50 Menschen zusammengekommen, um an die Folgen des Rassenwahns im Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Bürgermeister Birger Fey erinnerte in seiner Rede an die Nacht am 9. November 1938, als sich auch Frielendorfer die Synagoge an der Hauptstraße geschändet hatten. Dort, wo jetzt ein Raumausstatter sein Geschäft hat, hätten damals viele geschwiegen: „Heute können wir nicht urteilen und verurteilen. Wir wissen nicht wie wir uns damals verhalten hätten.“

Am Gedenkstein hängten Fey und Pfarrer Marco Firnges nach der Andacht einen Kranz auf. Begleitet wurden die Feierlichkeiten von Bläsermusik und Liedern. (zsr/joc)

Quelle: HNA

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