Sicherheitsmängel: Polizei stoppt Schwertransport mit alter Windkraftanlage nach Serbien

An die Kette gelegt

Kein Seitenhalt: Polizeihauptkommissar Friedhelm Leck (vorn) und Gutachter Peter Schmidt sehen sich die Befestigung der Ladung an. Die Mängel sind gravierend. Foto:  Norbert Müller

Breuna. „Das ist eine tickende Zeitbombe. Sobald ein Transport so unterwegs ist, ist Horror angesagt.“ Die Einschätzung des Polizisten beim Betrachten der vier Tieflader, auf denen eine demontierte Windkraftanlage verstaut wurde, ist eindeutig.

Dass sich die gefährliche Karawane nicht wie geplant auf den Weg nach Serbien machte, ist einem aufmerksamen Passanten zu verdanken. Gegen 17 Uhr beobachtete er am Montag, wie zwei Sattelschlepper auf dem Feldweg an der Landesstraße zwischen Breuna und Wettesingen rangierten. Offensichtlich wollte man die Windmühle, die vor gut zwei Wochen in der Gemarkung Auf der Windwarte demontiert worden war, abtransportieren.

Sicherung ist miserabel

Der Passant informierte die Polizei in Wolfhagen, die sich mit der Autobahnpolizei Baunatal in Verbindung setzte. Gemeinsam machten sich die Beamten ein Bild von den Fahrzeugen und der Ladung. Der erste Eindruck: Die Ladungssicherung ist miserabel. Man verbot die Abfahrt.

Gestern Vormittag nahmen Polizeibeamte mit einem Gutachter die Tieflader genauer unter die Lupe. Das Ergebnis: Es wurde so ziemlich alles falsch gemacht, was falsch zu machen war. Die zwischen 18 und 35 Tonnen schweren Teile waren nicht auf zu ihrem Gewicht passende Tieflader gepackt worden, so dass Fahrzeuge überladen waren. Anti-Rutschmatten? Keine Spur. Auch die seitliche Sicherung, so Gutachter Peter Schmidt, fehlte. Sein Fazit: „Das ist eine Katastrophe vom Gefahrenpotenzial her.“

Allein das hätte ausgereicht, um den Transport an die Kette zu legen. Es gab aber noch mehr Gründe, die Tour nach Serbien zu unterbinden: Die vorgelegten Genehmigungen „gelten nicht für die Tieflader, die hier stehen“. Und schließlich das Wetter. Bei den derzeit herrschenden Straßenbedingungen, so Polizeihauptkommissar Friedhelm Leck von der Autobahnpolizei, „sagt die Polizei geht nicht“.

Ehe der Transport starten kann, müssen nun zuerst die neuen Genehmigungen beschafft werden, die Ladung muss auf die passenden Tieflader gehoben und vorschriftsmäßig gesichert werden. Und glatt sollten die Straßen auch nicht mehr sein. Die Einschätzung von Polizeihauptkommissar Leck: „In diesem Jahr klappt das wohl nicht mehr.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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