Kettensäge kreativ: Studenten aus Sachsen arbeiten an Sitzmöbeln

Gudensberg. Laut kreischen die Kettensägen auf dem Alten Markt in Gudensberg. Überall fliegen Späne. Zehn Studenten aus dem sächsischen Schneeberg sind hoch konzentriert bei der Arbeit. Sie gestalten Sitzmöglichkeiten die dann die Stadt schmücken werden.

Eine junge Studentin macht sich an einem Eichenstamm zu schaffen, nur mühsam frisst sich die Säge durch das Holz. Doch von Müdigkeit ist bei der jungen Künstlerin nichts zu sehen. „Das mache ich auch in meiner Freizeit“, sagt die Studentin Simone Liehrmann. Durch ihr außergewöhnliches Hobby hat die junge Frau schon häufiger mit der Kettensäge gearbeitet, für Gudensberg möchte sie ein Sofa gestalten.

„Unsere Altstadt soll attraktiver werden“, sagt Bürgermeister Frank Börner. Deshalb hatte Gudensberg bundesweit ein Projekt an Kunsthochschulen ausgeschrieben. Die Fakultät Angewandte Kunst aus Schneeberg überzeugte mit ihren Ideen für das Gudensberger Projekt „Kunst in der Altstadt“. So kamen zehn Studenten der Holzgestaltung nach Nordhessen, um ihre Ideen von kreativen Sitzmöglichkeiten umzusetzen. Gudensberg stellt das Holz und spendet zudem an die Hochschule Zwickau, zu der die Schneeberger Fakultät gehört.

Der Künstler Jens Gebhardt leitet die Studenten bei diesem besonderen Workshop im Umgang mit der Kettensäge an. Dabei achtet er nicht nur auf Kreativität sondern auch auf Sicherheit. Einen Gehörschutz sowie spezielle Hosen bekommen die Studenten verpasst. „Bei dieser Aktion profitieren beide Seiten“, ist sich Jens Gebhardt sicher.

Zum Teil kamen die Studenten schon mit festen Vorstellungen, andere entwickeln ihre Ideen erst im Schaffensprozess. Doch auch die Bewohner werden einbezogen. „Wir haben schon viele Ideen bekommen, wo die Objekte dann stehen können“, sagt Jens Gebhardt.

Neugierige kamen, um sich das Spektakel anzuschauen. „Es ist toll, freischaffende Künstler mal bei der Arbeit zu sehen“, so ein Gudensberger. Anstrengend ist die künstlerische Arbeit wohl doch. „Wir wissen am Abend, was wir gemacht haben“, sind sich die sächsischen Studenten einig.

Quelle: HNA

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