Der Ortsbeirat fordert eine Geschwindigkeitsbegrenzung an einer Gefahrenstelle

Ortsdurchfahrt in Röhrenfurth: Tempo 30 soll Kinder schützen

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Nadelöhr: Im Begegnungsverkehr auf der Lindenstraße ist kein Platz für zwei Fahrzeuge. Immer wieder weichen die Autos auf den Gehweg aus. Dort fahren jedoch viele Kinder des Melsunger Stadtteils Fahrrad. Der Ortsbeirat fordert Tempo 30 für das Teilstück.

Röhrenfurth. Es grenze an ein Wunder, dass es nicht häufiger zu Unfällen komme: Das sagt Michael Wagner, Röhrenfurths Ortsvorsteher, über eine Engstelle an der Lindenstraße.

Und er hat recht: In nur 30 Minuten vor Ort wichen mehrere Fahrzeuge im Begegnungsverkehr auf die Bürgersteige aus. Sie überfuhren ungebremst die niedrigen Bordsteinkanten. Der Ortsbeirat fordert seit Jahren eine Entschärfung dieser Gefahrenstelle. Tempo 30 oder aber wenigstens eine Vorfahrtsregelung für die Engstelle auf der Kreisstraße. Doch weder Landkreis noch Stadt Melsungen reagierten.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung müsse schnell her. Denn: Richtig gefährlich wird es ab dem kommenden Jahr. Dann ist die Röhrenfurther Ortsdurchfahrt Umleitungsstrecke für den gesamten Verkehr der Bundesstraße 83. Etwa zweieinhalb Jahre wird die Melsunger Ortsdurchfahrt saniert. „Ich wage mir überhaupt nicht vorzustellen, was dann für Kolonnen hier durchfahren“, sagt der Röhrenfurther Stadtverordnete Klaus Bärthel.

Arbeitsweg für Braunianer 

Schon jetzt sei der Verkehr zu Stoßzeiten eine echte Belastung. Viele Mitarbeiter des Medizintechnikherstellers B. Braun führen in Richtung Schwarzenberg zur Arbeit. „Morgens und nachmittags ist hier richtig was los“, sagt Michael Wagner. Direkt im Gefahrenbereich befindet sich die evangelische Kirche des Ortes mit regelmäßigen Jungschar-Treffen.

Auch Bürgermeister Markus Boucsein sieht dringenden Handlungsbedarf: „Gerade im Hinblick auf die kommende Verkehrsbelastung brauchen wir dort Tempo 30.“ Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei dies geboten. „Wir müssen doch nicht sehenden Auges ins Risiko gehen.“ Er werde sich umgehend mit dem Landkreis und der Polizei abstimmen, um die Geschwindigkeitsbegrenzung umzusetzen. Die Örtlichkeit sei bekannt, heißt es von der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Zuständig für das Tempolimit sei die Stadt Melsungen als Verkehrsbehörde. Dies gelt für Städte mit mehr als 7500 Einwohnern.

Klaus Bärthel

Umsetzung prüfen 

Beschränkungen des fließenden Verkehrs auf einem Streckenabschnitt dürfen jedoch laut Straßenverkehrsordnung nur bei einer Gefahrenlage angeordnet werden. Diese Gefahren betreffen insbesondere die Sicherheit des Verkehrs oder den Schutz vor Lärm und Abgasen. Das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung muss jedoch erheblich überstiegen sein. Mit einem Ergebnis der Prüfung ist in den kommenden Tagen zu rechnen.

Quelle: HNA

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