Kinder aus Familien mit wenig Einkommen: Geld wird häufiger angenommen

Schwalm-Eder. Die Angebote des Bildungs- und Teilhabepaketes werden im Schwalm-Eder-Kreis zunehmend besser angenommen. 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die einen Anspruch haben, erhalten nach Angaben des Landkreises solche Leistungen.

Im Landesdurchschnitt sind es 42 Prozent. Das hat eine Umfrage des Hessischen Landkreistag ergeben. Für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen können Hilfen des Bildungs- und Teilhabepaketes gewährt werden. Erstattet würden beispielsweise die Kosten für die Mittagsverpflegung in Schulen und Kindergärten, für Klassenfahrten und Nachhilfeunterricht, sagte Asmuth Stüssel, Leiter der Sozialverwaltung bei der Kreisverwaltung.

Eine Lernförderung werde beispielsweise dann gewährt, wenn die Versetzung gefährdet ist. Stüssel: „Eine Nachhilfe ist aber nicht häufiger nötig, nur weil die Kinder aus Familien mit geringem Einkommen stammen.“ Im Landkreis leben 5599 Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 25 Jahren, die als bedürftig gelten, weil ihre Eltern Sozialhilfe, Wohngeld oder einen Zuschuss zum Kindergeld erhalten.

Zum Start im vergangenen Jahr war die Resonanz auf das Bildungspaket noch gering gewesen. In zahlreichen Informationsveranstaltungen habe man dieses neue Angebot vorgestellt, sagte Stüssel. Unter anderem gab es Gespräche bei der Homberger Tafel, beim Diakonischen Werk, beim Netzwerk Migrationsberatung sowie in Schulleiter-Dienstversammlungen. Über die Schulverwaltung und das Jugendamt sei das Thema auch in die Schulen und Kindergärten getragen worden. Am 15. März solle es beispielsweise im Boglerhaus eine Information für Sozialverbände geben. Das habe dazu beigetragen, dass die Förderquote von knapp über 30 Prozent Ende September auf nunmehr 40 Prozent gestiegen sei, sagte Stüssel.

Die Vorlaufzeit sei kurz gewesen: Zum 1. April 2011 war das Bildungs- und Teilhabepaket vom Bund aufgelegt worden, die Rechtsverordnungen habe man erst im Juni erhalten, erklärte Stüssel. 400 000 Euro habe der Landkreis in 2011 für Leistungen aufgewendet. Die Ausgaben würden vom Bund erstattet. Stüssel rechnet damit, dass in diesem Jahr 800 000 Euro fällig werden, weil jetzt die Förderung für ein ganzes Jahr anfalle. Der bürokratische Aufwand sei gering. Im Antrag müssten lediglich die Personalien ausgefüllt und die benötigte Leistung angekreuzt werden. Bei einer Klassenfahrt genüge dann beispielsweise eine Bestätigung der Schule.

Für den Landkreis sei ein einheitliches Formular entwickelt worden, das beim Jobcenter, bei der Sozialverwaltung sowie bei den Kommunen erhältlich ist. Informationen und Vordrucke gibt es auch auf der Website des Kreises (www.schwalm-eder-kreis). Die aktuell ermittelten Zahlen für die 21 hessischen Landkreise hält Robert Fischbach für sehr erfreulich. Der Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf ist derzeit Präsident des Hessischen Landkreistages. In einer Pressemitteilung fügt er hinzu: „Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Kommunen im Frühjahr 2011 beim Start des Pakets so gut wie keine Zeit zur Vorbereitung hatten.“

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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