Kinder- und Jugendpsychiatrie wechselt ins Zwischendomizil Merxhausen

Umzug: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitos-Klinik wird leergeräumt. Unser Foto zeigt von links: Pflegedienstleiterin Qiumei Jiang-Siebert, Stationsleiter Heiko Schad, Hausmeister Wolfgang Ring und vom Umzugsunternehmen Heinrich Hartleb: Eugen Spieß und Jens Schmalreck. Foto: Hein

Merxhausen/Kassel. Dieser Umzug ist eine logistische Meisterleistung. Das Mobiliar aus fast 200 Räumen der Vitos-Klinik Bad Wilhelmshöhe muss an diesem Wochenende gepackt und transportiert werden.

Vorher wurde alles - vom Schreibtisch übers Bett bis zum Papierkorb - feinsäuberlich nummeriert und mit dem künftigen Raum beschriftet, damit am neuen Standort in Merxhausen, dem Hauptstandort von Vitos Kurhessen, alles wieder ordentlich eingeräumt werden kann. „Sonst würde Chaos ausbrechen“, sagt Klinik-Sprecherin Andrea André.

An diesem Wochenende zieht die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Vitos-Klinik aus ihren drei Gebäudekomplexen an der Herkulesstraße in Kassel aus. Für einen Neubau, der im Jahr 2017 bezogen werden soll, müssen die alten Häuser abgerissen werden. Vorher muss alles raus. In 800 Kartons werden Akten, Hausrat und anderes transportiert. Auch die angeschlossene, ebenfalls im Haus beheimatete Käthe-Kollwitz-Schule für kranke Kinder zieht um. Schon am Sonntagabend soll alles über die Bühne gegangen sein.

„Unsere Kinder und Jugendlichen haben fleißig gepackt“, sagt Stationsleiter Heiko Schad. „Für die ist das ein Abenteuer.“ Die meisten der 50 Kinder ziehen mit ins 30 Kilometer entfernte Interims-Domizil. Einige seien für die nächsten Tage beurlaubt und kommen im neuen Jahr nach.

Einer der neuen Räume in Merxhausen vorm Einzug: Emma Taut (links), Mitarbeiterin der Stabsstelle Infrastruktur bei Vitos Kurhessen, und Klinik-Sprecherin Andrea André freuen sich auf die Patienten aus Kassel. Foto: Thon

Für den heutigen Samstag sieben Uhr sind die Taxen bestellt, die die jungen Patienten in ihre neue Heimat auf Zeit bringen. „Da gibt es erst mal ein Willkommensfrühstück, dann werden die neuen Räume bezogen“, sagt André. „In Bad Emstal residieren wir in Ballsälen im Vergleich zu der Enge, die wir hier haben. Unsere Kinder und auch die 130 Beschäftigten werden sich dort wohl fühlen.“ Das etwa 130 Jahre alte Haus bietet innen und außen genügend Platz. Direkt vor der Haustür befindet sich ein großer Park. In Merxhausen kommen nicht nur bis zu 50 stationäre Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Alter von sechs bis 18 Jahren unter. Weitere 18 Plätze würden in der Tagesklinik bereitgestellt, sagt André.

Erst vor zwei Wochen hatte es im neuen Domizil in Merxhausen einen Umzug gegeben. Zuletzt war dort für die Dauer von zehn Montaten die Heilpädagogische Einrichtung untergebracht, die inzwischen in Bad Emstal-Balhorn beheimatet ist. Davor war das Haus 3 Standort der allgemeinen psychiatrischen Station, der Gerontopsychiatrie, und auch die Schule hatte im Gebäude ein paar Seminarräume.

Von Christina Hein

Quelle: HNA

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