Hospizangebot fehlt

50 Kinder im Landkreis leiden an tödlicher Krankheit

Werbung: Daria Klevinghaus hält das grüne Band – Erkennungszeichen des Tages der Kinderhospizdienste – in die Kamera. Das Band wird am 10. Februar Brote im Landkreis zieren. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. 50 Kinder im Schwalm-Eder-Kreis leiden an einer tödlich verlaufenden Krankheit. Sieben von ihnen sterben laut Statistik jährlich. Diese Zahl nennt der Ambulante Kinderhospizdienst Kassel.

Der Verein betreut in Kassel Stadt und Landkreis etwa 20 Familien. Dort seien etwa 100 Kinder erkrankt. „Wir wollen im Schwalm-Eder-Kreis ein Angebot schaffen, um Kindern und Eltern zu helfen“, sagt Andrea Schink-Werner, Koordinatorin und Gründerin des Kinderhospizdienstes. Einen ambulanten Kinderhospizdienst gibt es nach ihrer Aussage nicht im Landkreis. In Fritzlar gibt es dazu am Dienstag (19 Uhr, Restaurant Kaiserpfalz), einen Informationsabend, in dem Menschen das Thema Sterbebegleitung bei Kindern nähergebracht werden soll. Für Interessierte startet im März ein 100 Stunden umfassender Kurs.

„Die Arbeit unterscheidet sich sehr von der Hospizarbeit mit Erwachsenen“, sagt die 29-jährige Daria Klevinghaus. Sie ist eine ehrenamtliche Betreuerin aus dem Landkreis. Kinder würden meist über Jahre betreut, die Hospizarbeit beginne nicht erst in den letzten Lebensmonaten.

„Unsere Arbeit beginnt mit der Diagnosestellung des Arztes und sie endet meist nicht mit dem Tod des Kindes.“ Die Betreuung über den Tod hinaus sei für viele Familien wichtig, sagt die Pädagogin.

Die ehrenamtliche Arbeit im Hospizverein schließe Öffentlichkeitsarbeit mit ein. „Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten. Zu viele Kinder und Eltern bleiben mit ihrem Schicksal allein.“ Am 10. Februar findet der bundesweite „Tag der Kinderhospizarbeit“ statt. Erstmals unterstützen Bäckereien aus dem Landkreis mit dem „grünen Band“ den Tag. Das Band ums Brot macht auf den Tag und Angebote aufmerksam. Zur Betreuung einer Familie brauche es zwei ehrenamtliche Helfer und viele Spenden, es warte noch viel Arbeit auf den Verein.

Von Damai D. Dewert 

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Quelle: HNA

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