Nachfrage steigt

Kinder machen im Naturparkzentrum Habichtswald Party

Geschärfte Sinne: Mit verbundenen Augen tastet sich der siebenjährige Mailo durch den Wald. Foto: Chantal Müller

Zierenberg. Die Nachfrage nach Geburtstagsfeiern im Naturpark Habichtswald steigt, sagt Annika Hartmann, Leiterin des Parks.

„Eine Riesenschnecke! Wir müssen sie auf die Wiese setzen", rufen fünf Kinder wie aus einem Mund. Und schon ist die Schnecke in Sicherheit gebracht. Die Fünf feiern Waldgeburtstag im Naturparkzentrum Habichtswald. Und sie sind nicht die Einzigen. Immer mehr fragen nach.

Aufgeregt lassen sich Geburtstagskind Mailo und seine Freunde Daniel, Julian, Lennart und Emma mit Naturentdecker-Westen, Augenbinden, Stift und Papier ausstatten. Es soll endlich losgehen. „Wir müssen sorgsam mit dem Wald umgehen und auf den Wegen bleiben“, erklärt Naturparkführerin Martina Junghans.

Ohne Angst stürzen sich die Kinder ins Gehölz, suchen Pflanzen, Äste sowie Moos - und lernen dabei. Geduldig antwortet die Naturparkführerin auf die Fragen der Fünf, erklärt wie sie die Bäume im Wald unterscheiden und Tierspuren erkennen können. Etwa zwei Stunden können die Kinder im Wald toben, klettern und Tippis bauen.

Mailos Eltern haben aus fünf Themenpaketen auswählen können und sich für den Waldgeburtstag entschieden. „Kinder lernen die Natur immer weniger kennen. Deswegen wollten wir hier feiern“, sagt Vanessa Sommer, Mailos Mutter. Kinder wieder mehr für die Natur zu begeistern und mit ihnen etwas Sinnvolles zu machen könne laut Hartmann ein Grund für die gestiegenen Geburtstagsfeiern sein. „2015 hatten wir im ganzen Jahr 20 Geburtstage. Jetzt sind es in den ersten drei Monaten schon acht. Und wir haben bereits Buchungen bis Juni.“

Mailo und seine Freunde lernen mit Martina Junghans aber nicht nur den Wald kennen: „Es geht auch darum, sich gegenseitig zu vertrauen. Das ist bei kleineren Kindern noch einfacher als bei Jugendlichen“, sagt Junghans. Und so stiefeln die Kinder mit verbundenen Augen, jeder von seinem Partner geführt, völlig unbedarft los, um Bäume zu ertasten. Bei ihrer Wanderung durch den Wald animiert Junghans die Fünf immer wieder aufmerksam zu sein, mit Spielen lockert sie das Lernen auf.

Kurzerhand werden Tannenzapfen gesammelt und getestet, wer damit am weitesten werfen kann. Nur mit einem Seil als Sicherheit geht es dann mit verbundenen Augen durch den Wald.

Werden die Freunde doch einmal unruhig, ist schnell eine Lösung gefunden: „Schaut mal, ich habe den Pfotenabdruck eines Rehs entdeckt“, sagt Junghans. Jetzt sind die Kinder wieder bei der Sache - auf dem Weg zur nächsten Station freuen sich die Kinder über jede Spur, die sie in dem feuchten Waldboden entdecken.

Informationen bei Annika Hartmann unter Tel. 0 56 06/533 327 oder unter www.naturpark-habichtswald.de

Quelle: HNA

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