Exhibitionist wurde zum zweiten Mal verurteilt – Neun Monate auf Bewährung

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Gericht

Treysa. Wegen exhibitionistischer Handlungen vor Kindern musste sich am Mittwoch ein 23-Jähriger aus dem Altkreis vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Das Gericht verurteilte den Wiederholungstäter zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe und setzte sie auf drei Jahre zur Bewährung aus.

Das Gericht verhandelte mehrere Fälle aus den beiden vergangenen Jahren. Sie ereigneten sich in verschiedenen Orten in den Kreisen Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf.

Im Schwalm-Eder-Kreis hatte der Mann sich vor einem 15- und einem 17-jährigen Mädchen entblößt und masturbiert. In einem anderen Fall waren drei Kinder im Alter von sechs, neun und zehn Jahren betroffen. Eine 14- und eine 15-Jährige aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf wurden nach einem Jahr ein zweites Mal Opfer des Exhibitionisten. Ihnen hatte sich der 23-Jährige bereits im Oktober 2009 in seinem Auto unter dem Vorwand genähert, nach dem Weg fragen zu wollen. Erneut tat er dies im November 2010.

Im Dezember 2010 ging er in zwei Fällen im Schwalm-Eder-Kreis ganz ähnlich vor. Dabei folgte er der 15- und der 17-Jährigen mit seinem Auto, als sie an der Straße entlang gingen. Er fragte sie nach dem Weg, bevor er sich vor ihnen selbst befriedigte. Die drei Kinder traf der 23-Jährige an, als sie im Dezember 2010 mit ihrem Hund unterwegs waren. Er sprach sie auf das Tier an, bevor er aus seinem Auto ausstieg und sich entblößte.

Vor Gericht liefen dem Angeklagten immer wieder die Tränen. Er war geständig und beteuerte, es tue ihm leid. „Ich möchte hinzufügen, dass ich nie jemanden angefasst habe und das auch nie machen würde“, sagte er. Sein Verhalten habe für ihn keinen sexuellen Hintergrund, allerdings handele er zwanghaft.

„Es ist nicht schön, was wir hier verhandeln, und es gibt auch nichts schön zu reden“, sagte der Verteidiger des 23-Jährigen. Die Beweggründe für das gemeinschädliche Verhalten seines Mandanten müssten therapeutisch aufgearbeitet werden, gab er zu bedenken, da der Angeklagte offensichtlich große Schwierigkeiten habe, die Gründe für seine Taten auszudrücken.

Bereits 2009 hatte sich der 23-Jährige wegen vergleichbarer Delikte vor Gericht verantworten müssen. Die Tatsache, dass er bereits zwei Monate danach wieder rückfällig geworden war, legte ihm das Gericht erschwerend zur Last.

Der 23-Jährige muss außerdem 500 Euro Schmerzensgeld an eines der Opfer zahlen, dessen Vater vor Gericht als Nebenkläger auftrat. Zudem erhielt der Mann die Weisung, seine begonnene Therapie fortzusetzen. Auch trägt er die Kosten des Verfahrens.

Quelle: HNA

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