Kindergarten-Sanierung in Schlierbach teurer als erwartet

Zunächst war man im Parlament von 40 000 Euro für die Sanierung der Schlierbacher Kita ausgegangen. Nun schätzte ein Architekt die Kosten auf eine halbe Million.

Das erhitzte die Gemüter während der letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres.

Mit einem Paukenschlag begann die ursprünglich letzte Gemeindevertretersitzung dieses Jahres am Dienstagabend in Schlierbach: Die Parlamentarier waren zusammen gekommen, um über Projekte, die zum Teil mithilfe des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP) finanziert werden können, abzustimmen.

Doch dazu kam es nicht. Denn Bürgermeister Kai Knöpper und die Gemeindevertreter wurden vor wenigen Tagen von der Kostenschätzung für die Sanierung der Kita Lummerland mehr als überrascht.

Waren die Parlamentarier von 40 000 Euro für die Trockenlegung ausgegangen, brachte nun die Schätzung eines Architekten weit mehr Mängel am Gebäude an den Tag. Schlussendlich würde eine umfassende Sanierung knapp 500 000 Euro kosten.

Diese Summe machte nun auch die angedachte Prioritätenliste aus den Fraktionen hinfällig: Denn ursprünglich standen noch der Glasfaserausbau, die Teststrecke am Neuenhainer See, die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Dorheim und die Teststrecke in Gilsa auf der Agenda künftiger Projekte.

Uwe Heintzemann (SPD) warf Knöpper „Methode“ vor: „Das Feuchtigkeitsproblem gibt es seit mehr als einem Jahr. Und jetzt kriegen wir hier in der letzten Sitzung dieses Angebot präsentiert.“ Der Bürgermeister konterte, er sei doch erst vor sechs Wochen vom Parlament beauftragt worden, eine Kostenschätzung einzuholen. Sicher sei bei der Kita „dringender Handlungsbedarf“, aber man dürfe auch den Glasfaserausbau nicht gänzlich außer acht lassen: „Das müssen wir machen. In Neuenhain geht gar nichts“, monierte Heintzemann. Genosse Dr. Philipp Rottwilm ärgerte sich: „Hat das System oder ist das Schluderei? Ich fühle mich verarscht.“ Daraufhin Knöpper: „Für Ihre Gefühlslage kann ich nichts.“

Zweite Schätzung angefragt 

Frank Käufler (CDU) schlug vor, zunächst eine zweite Kostenschätzung für die Kita-Sanierung einzuholen und nochmal zusammen zu kommen. Wie viel Energie mit einer Kernsanierung tatsächlich eingespart werde, wollte Andreas Pabst (Bürgerliste) wissen.

Knöpper erklärte, dass es in der Kita vier verschiedene Baustrukturen gebe: „ Und die sind thermisch nicht aufeinander abgestimmt.“ Insbesondere die Glaskonstruktion sei eine „Erblast“. Einig waren sich die Parlamentarier, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Knöpper empfahl, Zuschüsse aus dem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) abzurufen. 115 000 Euro könnten in den Ausbau des Glasfasernetzes fließen, 260 000 Euro in die Kita-Sanierung. Der Gemeinde bliebe ein Eigenanteil von 230 000 Euro.

Eine Entscheidung will die Gemeindevertretung am 19. Dezember treffen.

Quelle: HNA

Kommentare