Zu hohe Kosten: Aus für Kindergartengruppe im Landetal

Außenstelle Landefeld: Wegen Krankheit ist die Kindergartengruppe zurzeit besonders klein: Gestern spielten (von links) Lilly, Marion, Erzieherin Sonja Lange, Marina, Jan, Mirjam, Tokessa, Fiona, Filip und Erzieherin Martina Krell. Foto: Brückmann

Spangenberg. Die Außenstelle Landefeld des städtischen Kindergartens Alter Bahnhof wird im Sommer geschlossen. Nach neun Jahren macht die Stadt Spangenberg die Zweigstelle der Kindertagesstätte aus Kostengründen dicht.

Das entschied die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag bei einer Enthaltung. Nur Christian Manshausen aus Herlefeld, Stadtverordneter der Bürger für Bürger (BfB), votierte nicht für die Schließung.

Zurzeit besuchen 13 Mädchen und Jungen aus den so genannten Landedörfern Herlefeld, Metzebach, Landefeld und Nausis die Außenstelle. Ab März werden es 17 sein. Sie alle können ab Sommer den städtischen Kindergarten „Alter Bahnhof“ besuchen. Dort sind zurzeit 85 Kinder angemeldet.

Betreut werden die von 15 Erzieherinnen. Bis auf zwei sind diese in Teilzeit beschäftigt. Fünf Stellen würden über Integrationsmaßnahmen vom Landkreis finanziert, tauchen also im Haushalt der Stadt nicht auf, sagte auf HNA-Anfrage Kindergartenleiterin Elke Schmidt.

Deren Team soll „nach Möglichkeit“ in der derzeitigen Konstellation verbleiben. Imn der Beschlussvorlage für die Parlamentarier heißt es, dass die Erzieherinnen für die Betrauung der im Bau befindlichen Kinderkrippe weiter beschäftigt werden sollten, wenn das geht. Denn: „Auf dem Arbeitsmarkt stehen keine oder nur ungeeignete Bewerberinnen zur Verfügung.“ Das langjährige Personal solle deshalb gesichert werden.

Zurzeit werden an den Kidergarten zwei Krippenräume angebaut. Begonnen worden war mit den Arbeiten im November. Wegen des strengen Winters verzögert sich der Fortgang der Bauarbeiten. Bürgermeister Peter Tigges (CDU) deutete deshalb am Donnerstag bereits an, dass sich die für August geplante Eröffnung der Krippe für die Kleinkindbetreuung auch bis Oktober verzögern könne.

Sollte sich die Zahl der angemeldeten Mädchen und Jungen für die Kindertagesstätte wieder erhöhen, hat sich das Parlament die Hintertür offen gehalten, die Außenstelle doch weiter zu betreiben.

SPD-Idee: Stadt soll Busfahrt bezahlen

Nach der Kommunalwahl soll sich der neue Finanzausschuss Gedanken machen, ob die Stadt Spangenberg die Beförderungkosten für die Kindergartenkinder wieder übernimmt. Das regte Dr. Ralf Hillwig namens der SPD-Fraktion an, um „ein Signal zu setzen“ für die Eltern aus dem Landetal.

277,50 Euro kostet im Jahr der Transfer von welchem Stadtteil auch immer mit dem Schulbus zum Kindergarten. Das macht ein Rabatt des Regionalverkehr Kurhessen möglich, den die Stadt eins zu eins an die Eltern weitergebe, sagte Verwaltungsmitarbeiter Frank-Peter Ulrichs.

Bis August 2009 zahlte die Stadt, seitdem müssen die Eltern selbst in die Tasche greifen. (and)

Quelle: HNA

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