Noch kein Angebot vorhanden

Kinderhospizdienst sucht Ehrenamtliche für den Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Wenig ist tragischer, als ein Kind sterben zu sehen. Die Eltern und Kinder in dieser Zeit nicht allein zu lassen und sie zu unterstützen, gehört zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Im Schwalm-Eder-Kreis fehlt ein solches Angebot bisher.

Der Verein "Ambulanter Kinderhospizdienst Kassel" will das jetzt ändern.

Neben der Begleitung der Familie ist die Öffentlichkeitsarbeit ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit. Der Kinderhospizdienst Kassel möchte in der Region über die Situation der betroffenen Familien informieren, neue ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen und Kontakte zu möglichen Spendern herstellen.

In Kassel arbeiten insgesamt 40 ehrenamtliche und zwei hauptamtliche Mitarbeiter: je zwei Begleiter seien in einer Familie aktiv. Einmal in der Woche für drei bis fünf Stunden, erklärt Daria Klevinghaus aus Homberg. Sie betreut derzeit eine Familie in Kassel. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es bisher lediglich eine Familie, die das Angebot des Hospizdienstes in Anspruch nimmt.

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Die Begleitungen können sowohl kurz- als auch langfristig sein: je nach den Bedürfnissen der Familien. Zur Arbeit könne auch gehören, sich um Geschwisterkinder zu kümmern.

"Wir richten uns in der Betreuung nach den Wünschen der Eltern", sagt Klevinghaus. Auch im Umgang mit heiklen Fragen und Konfessionen gebe es Absprachen mit den Eltern. Grundsätzlich sei die Arbeit aber konfessionslos geprägt. Wenn sie nach ihrer eigenen Meinung gefragt werde, antworte sie natürlich. Ihr Betreuungskind könne aber nur mit einem Sprachcomputer kommunizieren, den es mit den Augen steuere. Zu den häufigen Erkrankungen zählten Stoffwechsel-, Muskel- und Herzerkrankungen.

"Der Hospizdienst soll Ansprechpartner bei allen Fragen der Familie zu ihrem Lebensalltag sein", sagt Andrea Schink-Werner, Koordinatorin des Kinderhospizdienstes. Die Ehrenamtlichen erhalten zwar keine Aufwandsentschädigung aber die Fahrtkosten erstattet. Den Helfern sollen wenigstens keine Kosten entstehen.

Der Träger des Dienstes ist der Deutsche Kinderhospizverein in Olpe. Stationäre Angebote gibt es in der Region nicht. Wegen der teilweise mehrjährigen Dauer der Erkrankungen sei dies nicht zweckmäßig, sagt Schink Werner. Eltern und Kinder nutzten die Angebote zwar, aber nur wochenweise oder in der akuten Endphase.

Für die Eltern sei die Betreuung kostenlos, die Kassen zahlten aber nur einen ganz kleinen Beitrag. Die Finanzierung der Dienste erfolge ausschließlich über Spenden.

In regelmäßigen Gesprächen in Kassel würde die Betreuung aufgearbeitet, zweimal im Jahr gibt es eine Supervision mit einer externen Person.

Interessierte müssten volljährig sein und sollten psychisch stabil sein. Eine eigene Vorgeschichte komme vor, dann müsse man aber alles auf der Reihe haben, sagt Klevinghaus. Wichtig sei die Beantwortung der Frage, warum man sich für die Betreuung interessiere und die eigene Motivation zu ergründen.

 

Informationsabend: Dienstag, 21. Januar, um 19 Uhr im Hotel Kaiserpfalz in Fritzlar. Kontakt: 0561/5297710 und per E-Mail kassel@deutscher-kinderhospizverein.de Spenden: Ambulanter Kinderhospizdienst Kassel, Kasseler Sparkasse, Konto: 11804101, BLZ 5205053.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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