Viel Mais, viele Betriebe, vor allem aber viele Kinder gibt es in Christerode, 450 Meter über dem Meer

Der Kindersegen ist das Wichtigste

Machen Christerode unsicher: Luca Kurz (links, 9 Jahre) und Leon Morneweg (13) begleiteten bestens gelaunt den gesamten Rundgang und sorgten auch noch für eine Getränkepause. Im Hintergrund das wunderschön sanierte das kleine Gotteshaus, laut Fachliteratur ein spätgotischer Saalbau.

Christerode. Das Örtchen ist reich, reich an Zusammenhalt, reich an Gewerbetreibenden, überreich an umgebenden Maisfeldern (Spitzname „Maisrode“). Aber wirklich gesegnet mit viel Nachwuchs. Denn den recht konstant 275 Christerödern gefällt es hier im Knüll, 450 Meter über dem Meer, wo es, wie manche Nachbarn spotten, entweder Winter ist, oder schlechtes Wetter herrscht.

Stimmt aber gar nicht. Beim Rundgang am späten Nachmittag strahlt die Sonne und setzt das Dörfchen mit viel Grün ins rechte Licht. Forellen tummeln sich wieder im klaren Geritzbach, gepflegte Gärten locken die Blicke an. Am Ortseingang bittet ein neonfarbener Aufsteller um langsames Fahren, der Kinder wegen. Die turnen auf Trampolins, radeln umher oder werden noch auf dem Arm getragen.

Paulina zum Beispiel, sie ist eineinhalb Jahre und das erste Kind von Simone und Holger Eiffert. Sie wohnen in der Sackgasse des Ortes, um die Ecke lebt ein weiteres kleines Mädchen, Dana, nur einen Tag jünger. Sie sitzt auf Opa Hermann Diehls Schoß und beobachtet eher distanziert die vorüberkommende Gruppe.

Schon am Start am Feuerwehrgerätehaus wurde lebhaft diskutiert, denn das Fachwerkhaus ist als Schule erbaut worden, bis zu den frühen siebziger Jahren drückten die jungen Christeröder hier die Schulbank, und die heute Älteren tun sich schwer mit dem Gedanken, dass das Haus womöglich nicht zu retten ist, zumal es ein modernes Dorfgemeinschaftshaus am Festplatz gibt. Alt-Ortsvorsteher Walter Schwalm plädiert sehr für den Erhalt des Gebäudes, ein Jugendraum wäre dort doch eine gute Sache, meint der Senior. Eine Entscheidung jedoch wird wohl erst in vier, fünf Jahren fallen, wichtig dabei sei das künftige Domizil der für die Größe des Dorfes sehr aktiven Feuerwehr, unterstrich Ortsvorsteher Markus Diebel.

Von Anne Quehl

Fotos: Gespräche am Gartenzaun in Christerode

HNA-Serie: Gespräche am Gartenzaun in Neukirchen-Christerode

Quelle: HNA

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