Bischof Martin Hein kündigte Zusammenlegung der Rentämter im Landkreis an

Die Kirche bleibt im Dorf

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Vor dem Haus Meydeweg 1: vorne von links Heidrun Schiller, Marita Hahn, Gisela Liese, Petra Nürnberger-Hommel und Ute Becker-Eike hinten Pfarrer Wolfram Köhler, Bischof Dr. Martin Hein, Dekan Dr. Helmut Umbach, Hilmar Liese, Studienleiter Karsten Müller und Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat.

Schwalm-Eder. Die evangelische Kirchengemeinde Fritzlar ist Vorreiter einer Entwicklung in der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Sie hat Immobilien verkauft und Einrichtungen im Haus Meydeweg 1 zusammengelegt. Zur Einweihung war gestern Bischof Dr. Martin Hein nach Fritzlar gekommen.

In dem Haus sind jetzt das Gemeindebüro, die Gemeindebücherei, die Müttergenesungs-Beratungsstelle sowie eine Außenstelle des Pädagogisch-Theologischen Instituts (PTI) untergebracht. Ein Gemeindehaus wurde dafür aufgegeben, und viele Gemeinden werden ähnliche Wege gehen müssen oder tun das schon, wie Hein erläuterte.

Häuser kaum genutzt

Viele Gemeindehäuser würden nur in den Abendstunden und auch dann nur zu 20 bis 25 Prozent genutzt, sagte der Bischof. Daher denke man nun unter anderem über Kooperation mit Gemeinden und Vereinen nach. Es sei denkbar, dass Kirche und Gemeinde ein Haus gemeinsam nutzten statt, wie bisher, zwei.

Die andere Seite der Medaille sei aber, dass die Evangelische Kirche in der Fläche präsent bleiben werde, also etwa Zentralpfarrämter nicht geplant seien. „Wir wollen, dass Pfarrerinnen und Pfarrer nahe an den Menschen wohnen“, sagte Hein. Das gelte auch für die Kirchen selbst. Nur in absoluten Ausnahmefällen könne einmal ein Gotteshaus aufgegeben werden, in Stadtallendorf werde bei einem Bau aus den 60er-Jahren gerade darüber diskutiert.

Der Bischof ging auch auf die beschlossene Fusion der Kirchenkreise Fritzlar und Homberg ein. Das Rentamt, die kirchliche Verwaltung, ist bereits zentral in Homberg angesiedelt. Das war auch der Grund, warum im Meydeweg Platz frei war. Auf lange Sicht plane die Landeskirche, dass es für einen Landkreis auch nur noch ein Rentamt geben solle. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es nach der Fusion von Fritzlar und Homberg noch drei Kirchenkreise. Die Rentämter aus Melsungen und Ziegenhain würden also irgendwann ebenfalls nach Homberg umsiedeln. Die Kreisstadt sei dafür als zentraler Standort geeignet, sagte Hein.

In der kommenden Woche wird sich die Landessynode in Hofgeismar zu ihrer Frühjahrstagung versammeln. Dort wird der Zukunftsausschuss seinen Abschlussbericht vorlegen. Dabei werde ein Thema die Nutzung von Immobilien sein, sagte Bischof Martin Hein.

Von Olaf Dellit

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Quelle: HNA

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