Arbeit der Pastoralverbünde erfolgreich, aber kaum junge Leute

Der Kirche laufen die Jugendlichen davon

Wolfhager Land. Operation gelungen, Patient tot? Knapp fünf Jahre nach Gründung der ersten Pastoralverbünde sind die Verantwortlichen der Katholischen Kirche im Landkreis Kassel zwar mit dem Organisatorischen zufrieden, die Ansprache Jugendlicher und junger Erwachsener aber gelingt immer weniger.

Die Zahl der Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren liegt in den vier Kirchengemeinden des Pastoralverbundes Sankt Heimerad Wolfhager Land zwischen fünf und zehn Prozent der aktiven Gemeindemitglieder. Bei jungen Erwachsenen bis 25 sieht die Situation noch düsterer aus.

„Die Gemeinden werden nicht kleiner, aber deutlich älter“, stellt Pfarrer Marek Prus aus Zierenberg fest und verweist auf den Wegzug junger Menschen in die Metropolen und den Zuzug Älterer, auch von Aussiedlern, die sich in der Region niedergelassen haben.

Im Pastoralverbund Wolfhager Land, einem von vier im Landkreis Kassel mit gut 7500 registrierten Kirchenmitgliedern, beteiligt sich etwa jedes zehnte am Gemeindeleben. Allerdings sitzen unter 150 bis 180 Gottesdienstbesuchern im Schnitt gerade mal zehn bis 15 Jugendliche. Die Vorbereitung auf die Firmung ist in den Pastoralverbünden zwar vielgestaltiger und dadurch ansprechender geworden, insgesamt aber nimmt die Zahl derer, die in die Gemeinden nachwachsen, stetig ab.

Das Gemeindeleben konzentriere sich auf die Pfarrkirchen in den Kernstädten, erklärt Vize-Dechant Martin Schöppe, Hofgeismar, die Situation in den vier Pastoralverbünden. „Die Sorge um die älteren Menschen gelingt uns sehr gut, es fehlen uns die Berufstätigen im mittleren Alterssegment“, erläutert Schöppe das Problem. Allerdings fühlten sich die, deren Gemeinden zu Verbünden zusammengelegt wurden, nicht schlechter versorgt als zuvor in den eigenständigen.

Der Umbau zu größeren Versorgungseinheiten scheint gelungen, eine neue Aufbruchsstimmung in der katholischen Kirche indes gibt es nicht. Immerhin: Die Verwaltung der Institution Kirche funktioniert.

Von Ludger Verst

Quelle: HNA

Kommentare