Kirche in Schnellrode wird für 55.000 Euro saniert

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Auch die Orgel muss saniert werden: Pfarrerin Kathrin Mantey, Daniel Weisner und Christian Jung vom Kirchenvorstand und Architekt Helmut Spitze (von links) in der Kirche. Foto: Brandau

Spangenberg. Eigentlich hatte Pfarrerin Kathrin Mantey gar nicht wirklich mit einem positiven Bescheid gerechnet. Denn seit zehn Jahren beantragt die Seelsorgerin aus Spangenberg Jahr für Jahr Geld, damit die sanierungsbedürftige Kirche in Schnellrode renoviert werden kann.

Jetzt wurde der Antrag überraschenderweise bewilligt. Schon im Sommer sollen die Handwerker anrücken.

Auf die wartet eine undankbare, weil kniffelige Aufgabe: Die Balken im Turm müssen ausgetauscht werden. Als die Mitglieder des Kirchenvorstands vor einigen Jahren den Dachboden entrümpelten, erlebten sie eine böse Überraschung. Sie entdeckten, dass tragende Stützen faul waren. Seitdem mahnen die Statiker das Problem an.

Das soll und muss nun gelöst werden. Kein leichter Job. Denn um überhaupt an die reparaturbedürftigen Stellen heran zukommen, muss die große Orgel auseinander genommen werden, die Johannes Wilhelm Schmerbach im 18. Jahrhundert baute und die noch heute die Empore dominiert.

Das Instrument soll dann auch gleich generalüberholt werden, denn die Gelegenheit ist günstig. Die Orgel muss auf jeden Fall abgebaut werden, damit die Handwerker an die faulen Balken und damit an die eigentliche Baustelle gelangen können. Die Überarbeitung des Instruments ist die Kür - der Austausch der maroden Balken die Pflicht.

Die Baustelle aber wird sich justamente unter dem Kirchturm befinden. „Um die Last der Turmkonstruktion abzufangen, müssen wir den ganzen Bereich gut abfangen und stützen“, sagt Architekt Helmut Spitze.

Im Juli, spätestens im August soll es losgehen. Dann steigen die Handwerker der Kirche auch aufs Dach, denn seitdem der Sturm Kyrill im Januar 2007 die Wetterfahne abriss und so manchen Schaden anrichtete, muss auch dort vieles erneuert werden.

Das klingt nach jeder Menge Arbeit, dabei ist die Summe, die die Kirchengemeinde Schnellrode verbauen darf, sehr überschaubar: Gut 55.000 Euro sind es, die für die Bauarbeiten vorgesehen ist.

Ohne Spenden, sagt Pfarrerin Kathrin Mantey, sei das alles nicht zu stemmen. Sie ist froh über jeden Cent, den die Schnellröder schon in der Vergangenheit für die Sanierung ihrer Orgel spendeten. Das Geld ist da, befindet sich sicher in dem Topf, der gebraucht wird, um das wertvolle Instrument fachmännisch überholen zu lassen.

Die Orgel wird später auch einmal der einzige Hinweis darauf sein, dass überhaupt ein Bauarbeiter in der Kirche zugange war: Denn die Kirchengemeinde selbst wird nicht von Bauarbeiten gar nichts mitbekommen. Die Balken werden ersetzt, die Lehmwände davor neu verputzt, die Ziegeln auf dem Dach ausgetauscht - diese Sanierung, und das bedauert auch Architekt Spitze, wird keine sichtbaren Spuren im Gotteshaus hinterlassen.

Nur die Orgel wird später ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass in Schnellrode 2014 Fachleute am Werk waren: Ihre Vorderseite, das sogenannte Orgelprospekt, soll nach der Sanierung noch farbiger und schöner erstrahlen, als es das jetzt schon tut.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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