Limburger Skandal wirkt sich auch auf evangelische Kirche aus

Kirchen: Austritte im Raum Kassel haben sich verdoppelt

Wolfhager Land. Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst treibt die Mitglieder aus den Kirchen: Auch im Raum Kassel sind in Folge des Skandals um den Limburger Prunkbau die Austrittszahlen im Oktober angestiegen. Betroffen ist davon nicht nur die Katholische Kirche, sondern auch die Evangelische.

Beim Amtsgericht Kassel, das für Stadt und Kreis Kassel zuständig ist, hat sich die Zahl der Kirchenaustritte im Oktober im Vergleich zum Vorjahr (148) mehr als verdoppelt auf 312. In diesem Jahr sind damit bereits 1774 Menschen aus den Kirchen ausgetreten - schon 100 mehr als im gesamten vorigen Jahr. Wer aus der Kirche austreten will, muss dies persönlich beim Amtsgericht erklären.

In der katholischen Kirche in Kassel (insgesamt 32 650 Mitglieder) verdoppelte sich die Zahl der Austritte im Oktober auf 40, berichtet Dechant Harald Fischer auf Anfrage der HNA. Auch in den Landkreis-Gemeinden stiegen die Zahlen ähnlich stark an. Die Erschütterung der Kirche durch die Vorkommnisse in Limburg komme dem Missbrauchsskandal im Jahr 2010 nahe, sagte Fischer.

Er vermutet, dass es vor allem Menschen sind, die sich schon länger von der Kirche entfernt haben, die sich jetzt in ihrer Empörung über den Umgang des Limburger Bischofs mit kirchlichem Geld endgültig abwenden.

Die Zahl der Austritte im Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen liegt laut Dekan Gernot Gerlach im Rahmen. Elf Menschen sind hier im Oktober aus der Kirche ausgetreten. In den vergangenen fünf Jahren bewegte sich die Zahl im Vergleichsmonat immer zwischen vier und elf, einen Ausreißer nach oben gab es 2008 mit 16 Austritten.

Die Gründe zu benennen, ist laut Gerlach schwierig. Ob die derzeitigen Austritte mit dem „unverständlichen Verhalten des Limburger Bischofs zusammenhängen, kann ich nicht sagen“, erklärt er. (rud/mex/uli)

Quelle: HNA

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