Die Kleinengliser Orgel aus dem Jahr 1832 wird am Sonntag wieder erklingen

Kirchenklänge ohne Gift

Stolz auf die Orgel: Pfarrerin Vera Seebaß vor dem restaurierten und entgifteten Instrument in der Kirche in Kleinenglis. Fotos: Dellit

Kleinenglis. Wer sich vor zwei Jahren genauer mit der historischen Orgel in der Kirche in Kleinenglis beschäftigte, dem konnte richtig schlecht werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Das alte Instrument aus dem Jahr 1832 war so mit Holzschutzmitteln behandelt worden, dass das Gift immer noch ausströmte.

Die Orgel musste raus, das war sofort klar. Es begann ein Entgiftungsprozess bei einer Spezialfirma, die das historische Stück versiegelte. „Jetzt könnte man die in jedes Wohnzimmer stellen“, sagt Pfarrerin Vera Seebaß. Sie ist zufrieden, denn die Orgel steht wieder in der Kirche. Am Sonntag wird sie mit einem Konzert erneut in Betrieb genommen.

Die Entgiftung und der Wiedereinbau waren nicht billig, doch die Hauptlast trugen die Landeskirche und der Kirchenkreis Fritzlar. Dazu kamen Spenden von der Sparkassenkulturstiftung, der Denkmalpflege und der Raiffeisenbank Borken.

Orgel der Ursulinenschule

Ursprünglich stand die Orgel des Orgelbauers Joseph Oestreich in der Fritzlarer Ursulinenschule. Von dort gelangte sie in die alte Kirche in Großenenglis. Als diese 1975 verkauft wurde, wurde das Instrument eingelagert und schließlich nach Klein-englis gebracht.

Genau dort steht sie nun wieder. Allerdings hat sich einiges verändert, denn der Boden wurde abgesenkt, damit die Orgel besser in ihre Nische passt. Jetzt erstrahlt sie in neuem Glanz.

Neu und zugleich alt sind auch die Engel, die nun wieder die Orgel in der Kleinengliser Kirche zieren. Sie wurden in der Werkstatt des Orgelbauers entdeckt, der die Orgel damals eingelagert hatte. • Sonntag, 18. September, 17 Uhr: Konzert Kirche Kleinenglis, Bezirkskantor Reiner Volgmann, Orgelbauer Peter Kozeluh, Deborah Eubel, Sonja Gröbke. Eintritt frei.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Kommentare