Renovierung in Borken kostet 160 000 Euro - Aktiver Förderkreis als Unterstützer

5 vor 12 für den Kirchturm

In luftiger Höhe über dem alten Marktplatz in Borken: Architekt Volker Elsasser und Dachdeckermeister Wietell auf der Baustelle. Fotos: nh

Borken. Bis zur Spitze eingerüstet ragt zurzeit der Turm der evangelischen Kirche in Borken in den klaren Himmel. „Es war 5 vor 12“, beschreibt Pfarrer Matthias Kämpfer die Situation seiner Kirche, denn genaue Untersuchungen von Architekten und Baufachleuten hatten ergeben: Eine Sanierung des Turms ist dringend nötig.

Die Handwerker, die seit einigen Wochen das sonnige Herbstwetter für die Sanierungsarbeiten nutzen, haben zu viel zu tun, um den schönen Blick von oben auf die Borkener Altstadt und den Marktplatz zu genießen.

Sie kümmern sich vor allem darum, die Schäden am Gebälk, dem Schiefer und dem Putz des Kirchturms zu beseitigen. Architekt Volker Elsasser und seine Experten hatten Schäden an allen Ecken festgestellt. Kein Wunder, denn die letzte Renovierung liegt schon einige Jahrzehnte zurück.

Nach dem Entfernen der Schieferverkleidung stellte der Zimmerer fest, dass die Schäden am Turmgebälk bedeutend größer waren als ursprünglich angenommen. Nach Aussagen des Statikers sei der Kirchturm sogar hochgradig gefährdet, teilt Pfarrer Kämpfer mit

Die Gefahren sind inzwischen beseitigt, das marode Gebälk repariert beziehungsweise ausgetauscht. Der Dachdecker hat den porös gewordenen Schiefer entfernt und den Kirchturm wieder neu in Schiefer eingekleidet.

Aufgabe des Steinmetzes ist es, die brüchig gewordene Fassade mit einer besonderen Mischung zu verfugen, damit sie farblich zum ursprünglichen Sandstein passt und auf Jahrzehnte Wind und Wetter trotzt.

Lange verhandelte die ev. Kirchengemeinde Borken mit der Landeskirche und dem Kirchenkreis – schließlich brachte man gemeinsam die erforderliche Summe von 160 000 Euro auf. Als sehr einfallsreicher Partner trat der Förderkreis der Kirchengemeinde auf: Mit Aktionen wie der Schneekugel, die die Stadtkirche im Schneegestöber zeigte, bis zur 1. Borkener Kunstnacht reichten die Aktionen, mit denen man Geld zusammenbrachte.

Noch fehlt die Spitze des Kirchturms. Das marode gewordene Kreuz wird repariert und dank eines Sponsors neu vergoldet. Es soll am 29. Oktober in einem feierlichen Akt wieder auf der Kirchturmspitze befestigt. (ula)

Quelle: HNA

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