Vertreter der Burschenschaften tauschten sich mit Stadt, Ordnungsamt und Polizei aus

Kirmes soll sicher bleiben - Verantwortliche erarbeiten Konzept

Schwalmstadt. Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr austauschen und Kirmessen wieder sicher und attraktiv für jedermann gestalten - mit diesen Zielen trafen sich am Mittwoch Vertreter der Burschenschaften, der Stadt, des Ordnungsamtes und der Polizei.

Mit dabei waren die Vertreter der Schwalmstädter Burschenschaften mit Bürgermeister Wilhelm Kröll, dem Dienststellenleiter der Polizei Schwalmstadt, Michael Stuhlmann, Stadtjugendpfleger Michael Schott und Vertretern des Ordnungsamtes im Ziegenhainer Rathaus. Zwar hatte Ordnungsamtsleiterin Doris Heinmüller schon für den 8. April zu dem Treffen eingeladen, doch das Gespräch wurde von den Vorfällen auf der Kirmes in Steina überschattet. Dort hatte die Polizei bei Kontrollen Verstöße gegen den Jugendschutz festgestellt (wir berichteten).

Michael Stuhlmann von der Polizei Schwalmstadt machte zu Beginn deutlich: „Wir wollen keine Kirmes kaputt machen.“ Das Gegenteil sei der Fall. „Wir wollen, dass man auf den Feiern Spaß hat, keine Angst haben muss und mit 16 Jahren nicht mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden muss“, erklärte Stuhlmann.

Gleichzeitig legte er die Probleme dar, mit denen die Burschenschaften und die Polizei bei den Veranstaltungen zu kämpfen haben. „Leider gibt es immer noch Rechtsradikale in der Schwalm, die auf den Kirmessen mit rechtsradikalen Motiven bedruckter Kleidung auftreten“, sagte der Chef der Schalmstädter Polizei. Das sei nicht tolerierbar.

In ruhiger und sachlicher Atmosphäre tauschten sich die Beteiligten aus, wie mit den Freien Kräften auf den Kirmessen umzugehen sei. So sollen auch in diesem Jahr wieder Sicherheitskräfte bei den Burschenschaftstreffen eingesetzt werden. „Die genaue Zahl wird in den Einzelgesprächen mit den Burschenschaften festgelegt“, sagte Doris Heinmüller.

Auch die Sperrfristen für die Kirmesabende wurden diskutiert. Einvernehmlich einigten sich die Teilnehmer des Treffens auf 4 Uhr als Sperrstunde für die Abende der Burschenschaftstreffen. Für die Dorfabende auf den Kirmessen soll es individuelle Lösungen geben.

Zudem wurde über das Thema Jugendschutz und erhöhter Alkoholkonsum bei unter 18-Jährigen geredet. „Sie als Veranstalter stehen vom Gesetz her in der Verantwortung“, stellte Doris Heinmüller klar. Sachlich wurde über Lösungen wie beispielsweise die Übertragung der Aufsichtspflicht der Eltern auf erwachsene Burschenschaftler gesprochen. „Es wird auf jeden Fall weitere Großkontrollen auf den Kirmessen geben“, sagte Stuhlmann.

Und Bürgermeister Wilhelm Kröll fügte hinzu: „Wir alle wollen gemeinsam die Kirmessen erhalten. Lassen Sie uns das zusammen hinbekommen.“

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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