Brüder vor Gericht

Kirmes mit Körperverletzung und Beleidigung

Treysa. Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mussten sich zwei Brüder aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Den beiden 26- und 19-Jährigen wurde zur Last gelegt, während der Ziegenhainer Salatkirmes im vergangenen Jahr einen 40-jährigen Mann geschlagen und getreten sowie dessen damalige Lebensgefährtin beleidigt zu haben. Wegen Körperverletzung verurteilte das Gericht den nicht vorbestraften älteren Bruder zu einer Geldstrafe von 1800 Euro.

Der Vorwurf der gemeinschaftlichen Körperverletzung habe sich aufgrund des zeitlichen Abstandes der Taten nicht bestätigt, begründete der Richter das Urteil. Entgegen der Zeugenaussage des 40-Jährigen beteuerten die Brüder, sie seien dem Paar vom Festplatz aus nicht zum Parkplatz an der VR-Bank gefolgt. Auch hätten sie den 40-Jährigen weder in den Rücken geschlagen noch getreten.

Der 19-Jährige berichtete, der 40-Jährige sei auf der Kirmes mit ihm aneinandergeraten. Von Freunden seien er und der Mann auseinandergehalten worden. Bei der Kreuzung in Richtung Hessenallee habe ihn der 40-Jährige erneut in eine Auseinandersetzung verwickelt. Es sei zu einer Schubserei gekommen. Ein Bekannter habe ihm telefonisch mitgeteilt, jemand wolle seinen jüngeren Bruder schlagen, berichtete der 26-Jährige. Er sei seinem Bruder zu Hilfe geeilt. Nachdem er seinen Bruder nach Hause geschickt habe, hätten er und seine Freunde sich auf den Weg in Richtung Berufsschule gemacht, wo sie ihre Autos geparkt hätten.

Auf der Straße bei der Kreuzung zur Hessenallee sei man erneut auf die beiden Streitenden getroffen. Er habe den 40-Jährigen von seinem Bruder weggestoßen, sagte der 26-Jährige. Sein Anwalt plädierte auf Freispruch. In Sachen Körperverletzung sei der 40-Jährige selbst kein unbeschriebenes Blatt. Dieser hatte seine Anzeige zurückgezogen und gab an, die Auseinandersetzung, bei der er Verletzungen am Ohr und unterhalb der Schulter davongetragen habe, sei vom jüngeren Bruder ausgegangen.

Die Aussagen seiner ehemaligen Lebensgefährtin wichen in einigen Punkten von denen des 40-Jährigen ab. Einen weiteren Zeugen auf Seiten des Angeklagten hielt das Gericht für unglaubwürdig. Im Fall des 19-jährigen Bruders wurde noch kein Urteil gesprochen. Ihm werden weitere Straftaten zur Last gelegt. Unter anderem muss er sich mit zwei weiteren jugendlichen Angeklagten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Kommentare