Kati Liebert stellt in der Galerie Holzburg aus

Kirschgrüne Kompositionen

Team: Melanie Vogel (links) half Künslerin Kati Liebert bei der Hängung ihrer Ausstellung in der Galerie Holzburg. Foto: Rose

Holzburg. Kirschgrün ist kein Grau – diesen Titel trägt eine neue Ausstellung in der Galerie Holzburg, die am Sonntag eröffnet wurde. Künstlerin Kati Liebert zeigt Fotografien, unter anderem aus ihrer Heimat Nowokusnezk in der Nähe von Nowosibirsk.

Lieberts Arbeiten wirken nur auf den ersten Blick zufällig. In Wahrheit seien die Fotos durchkomponiert, in ihren Möglichkeiten aber eben doch wieder irgendwie zufällig, sagte Anton Merk, Leiter der Galerie. Eingefangen habe sie zum größten Teil Spuren ihres Lebens. Das Ensemble trage den Namen „Raumzelle“ und setze quasi „impressionistische Punkte“, vor allem aber einen Gegensatz zum in Szene gesetzten russischen Wandteppich als digitalen Foto-druck. Die Künstlerin habe das Bild ins Kolossale überhöht, verdeutlichte Merk. „Dadurch verliert das Objekt seine Unmittelbarkeit und leitet ins Ornamentale über.“

Der Begriff „kirschgrün“ stelle einen Widerspruch dar, weil Kirschen bekanntlich rot seien – grüne jedoch ungenießbar. „Grün steht für den Beginn und setzt sich ab gegen das Grau – das bekanntlich keine Farbe ist“, erklärte der Kunstkenner. Im Umgang mit der ornamentalen Kunst gehe Kati Liebert noch einen Schritt weiter. Sie zerlege Fotos in Einzelteile und arrangiere sie neu.

Die Aufnahmen der Tänzer griffen wiederum das Element des Ornaments auf. „Die Künstlerin hat Fliesen mit Fotos bedruckt, quasi ein Ornament aus Menschen geschaffen.“ Merk lud die Gäste zu Rundgang, Gesprächen und Kuchen ein, warnte aber mit dem ihm eigenen schwäbischen Charme und einem Augenzwinkern: „Tappen Sie mir nur nicht auf den Fliesen rum.“ (zsr)

• Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 9. August, jeweils sonntags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.

Quelle: HNA

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