Jetzt ab 7 Uhr Betreuung, Pauschale fürs Essen

Kitas: Neue Zeiten, höhere Gebühren

Gudensberg. Gudensberger Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kinder künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühren der städtischen Kindergärten steigen ab 1. September um durchschnittlich 15 Euro monatlich. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Freitagabend einstimmig.

Allerdings werden gleichzeitig zusätzliche Angebote gemacht: So gilt die Regelbetreuungszeit nicht mehr von 8 bis 12 Uhr wie bisher, sondern von 7 bis 12 Uhr. Das bisherige Extra-Entgelt für die Frühbetreuung ab 7.15 Uhr entfällt. Damit werde ein Vorschlag des Kindergartenbeirats umgesetzt, hieß es in der Beschlussvorlage.

Neu ist auch, dass es für das Mittagessen eine Pauschale gibt: Sie kann für eine Zwei-Tage-, eine Drei-Tage- und eine Fünf-Tage-Woche gebucht werden. Einzelne Mahlzeiten gibt es nicht mehr. Das Mittagessen für die ganze Woche etwa kostet demnächst 55 Euro im Monat.

Neu ist, dass auch Kinder unter drei Jahren eine verlängerte Betreuung bis 12.30 Uhr in Anspruch nehmen können (12,50 Euro im Monat, für Kinder ab 3 Jahren 10 Euro/bisher 15 Euro).

Betreuung in den Ferien

Ein verbessertes Angebot wird künftig auch den Eltern mit Kindern unter 3 Jahren während der Schließungszeiten in den Sommerferien gemacht: Sie können ihr Kind bei besonderer Anmeldung und für zusätzliche Gebühren in den Kitas betreuen lassen - nur vormittags bis ganztags (7 bis 16.30 Uhr).

Ebenfalls können für die unter Dreijährigen in Notfällen tageweise verlängerte Betreuungszeiten gebucht werden - das ging bisher nur für Kinder ab 3 Jahren.

Die Stadt Gudensberg biete flexible Betreuungslösungen für alle Eltern mit vielen Wahlmöglichkeiten: Das betonte Birgit Kepper (SPD) zum Thema Kindergärten. Die Gebührenanhebung halte sie für gerechtfertigt, da ihr auch ein besseres Angebot gegenüber stehe. Der Stadt gehe es darum, weiterhin familienfreundlich zu sein.

„Wer die bestmögliche Betreuung und Förderung der Kinder haben möchte, muss dafür auch qualifiziertes Personal beschäftigen und es bezahlen.“

Petra Gottwald, Fraktion Die Grünen

Auch Dieter Heer( CDU) hält die guten Betreuungsangebote für einen Standortvorteil in Gudensberg. Er verwies auf die immensen Kosten durch die Kleinkindbetreuung hin: Seit 2011 sei der Zuschuss um über eine halbe Million Euro gestiegen. Die Stadt bezuschusse jeden einzelnen Kita-Platz mit 430 Euro monatlich oder 5100 Euro im Jahr. Die Gebühren-Anhebung bezeichnete er als moderat.

„Wer die bestmögliche Betreuung und Förderung der Kinder haben möchte, muss dafür auch qualifiziertes Personal beschäftigen“, sagte Petra Gottwald (Grüne). Dieses Personal müsse man entsprechend bezahlen. Die Mehrkosten würden teilweise durch höhere Gebühren finanziert.

Alle Veränderungen seien mit dem Kindergartenbeirat abgesprochen, betonte Heinrich Pohlmann (FDP). Schließlich wolle man in Gudensberg die hohen Standards bei der Kinderbetreuung halten oder weiter verbessern.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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