Merxhausen: Klärschlamm ist belastet

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Kläranlage bei Merxhausen: Im Jahr 2008 kam es im Einzugsgebiet der Anlage zu einer Havarie mit Absorbierbaren Organisch gebundenen Halogenen (AOX). Der Klärschlamm ist noch heute damit kontaminiert.

Merxhausen. Die Vererdungsbeete der Kläranlage Merxhausen müssen noch in diesem Jahr geräumt werden. Das hat zwei Gründe: Zum einen stoßen die Beete an ihre Kapazitätsgrenzen.

Und zum anderen soll demnächst eine neue Verordnung in Kraft treten, in der es strengere Grenzwerte für das Ausbringen Absorbierbarer Organisch gebundener Halogene – kurz AOX – geben wird. Gerade der letztgenannte Aspekt hat für die Gemeinde Bad Emstal, in deren Zuständigkeit sich die Kläranlage befindet, eine enorme Bedeutung. Schließlich war es im Jahr 2008 im Einzugsgebiet der Kläranlage zu einer Havarie gekommen, bei der AOX ausgetreten war.

Die Halogene belasten noch heute den Klärschlamm. Allerdings, so betonte Bürgermeister Ralf Pfeiffer während der jüngsten Gemeindevertretersitzung, werde der aktuell gültige AOX-Grenzwert (500 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse) nicht überschritten. Mit der neuen Regelung könnte das aber anders aussehen. Möglicherweise dürfte der Klärschlamm aus den Vererdungsbeeten dann nicht mehr über die Landwirtschaft ausgebracht werden und müsste verbrannt werden.

Das Parlament beauftragte nun die Mitglieder des Umweltausschusses, sich mit der Sache zu befassen und eine Entscheidung zu treffen. Zuvor hatte Michael Brüll von Bündnis 90/Die Grünen Bedenken geäußert. „Ich mache mir schon so meine Gedanken, wenn der Klärschlamm kontaminiert ist.“ Vielleicht sei eine Verbrennung des eingedickten Schlammes gegenüber der landwirtschaftlichen Verwertung die bessere Alternative.

Wie Pfeiffer sagte, sei wegen der ungünstigen Lage der Beete bislang auf deren Räumung verzichtet worden. Eine Umwidmung der Vererdungsanlage zu einer Deponie hält der Verwaltungschef für nicht realisierbar.

Kosten: 114.000 Euro

Mit Kosten von etwa 114.000 Euro rechnet Pfeiffer, sollte der Klärschlamm auf die angrenzenden Felder ausgetragen werden. Für die Arbeiten müsste eine Spezialfirma aus Baunatal hinzugezogen werden, die die Beete mit einem Langarmbagger räumen würde. Viel Zeit mit ihrer Entscheidung haben die Mitglieder des Umweltausschusses nicht mehr. Die Räumung der Beete ist derzeit für den August anvisiert, die Auftrag an die Firma müsste bald raus, sagte Pfeiffer.

Reaktivierung der Beete

Darüber hinaus muss sich das Gremium auch damit befassen, ob die dann leeren Vererdungsbeete reaktiviert und weiter mit Klärschlamm beschickt werden sollen. Das Bauamt müsste hierzu eine Kostennutzenanalyse vorlegen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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