Schwalmstadt und Willingshausen profitieren von neuer Kooperation

Klärschlamm geht auf Reisen

Transport: Lohnunternehmer Marc Golomb aus Schwarzenborn holt regelmäßig Klärschlamm aus den Willingshausener Kläranlagen und bringt ihn nach Treysa, er wird dabei durch den Abwassermeister der Gemeinde Willingshausen Werner Schwalm unterstützt. Foto: Haaß

Schwalmstadt/Willingshausen. Gemeinsame Wege auf dem Gebiet der Klärschlammbeseitigung gehen seit Kurzem die Gemeinde Willingshausen sowie die Stadt Schwalmstadt.

Zurzeit wird die Gruppenkläranlage in Treysa modernisiert. Zuschüsse dafür gibt es auch aus einem Fördertopf des Bundes. Teil des Projektes ist die Mitbehandlung von Klärschlämmen benachbarter kleinerer Kläranlagen. Damit soll die Gasproduktion im Faulturm erhöht werden: Aus dem Abfall wird Energie gewonnen, gleichzeitig wird die Menge des zu verwertenden Klärschlamms massiv reduziert.

Begleitet wird das Projekt durch Diplomingenieur Bernd Haberkern, der die wesentlichen Kernpunkte zusammenfasst: Ziel der Zusammenarbeit seien zum einen die Verwirklichung von Klimaschutzmaßnahmen, zum anderen langfristig gesicherte Klärschlammentsorgung und geringe Schlammmengen. Dadurch verringerten sich die Betriebskosten, zugleich werde eine höhere Effizienz erzielt. Für die Mitbehandlung der Klärschlämme aus der Gemeinde Willingshausen im Faulturm der Kläranlage Treysa fallen zwar zusätzliche Kosten für den Transport von knapp 20 000 Euro pro Jahr an, gleichzeitig verringern sich aber die Kosten für die nach der Faulung und maschinellen Eindickung noch zu verwertenden Klärschlammmengen drastisch. Außerdem schafft die energetische Verwertung des zusätzlichen Gasanfalls zusätzliche Einnahmen.

Einsparungen

Hinzu kommt die Einsparung an Strom bei den drei Kläranlagen in Willingshausen, wo bisher der Schlamm zur Geruchsstabilisierung kräftig belüftet werden musste.

Aufgrund veränderter gesetzlicher Anforderungen hätte auch die Gemeinde Willingshausen mittelfristig ohnehin umfassend im Bereich Klärschlammverwertung investieren müssen und daher bot sich für beide Kommunen eine Zusammenarbeit an. Insgesamt sparen die beiden Kommunen 40 000 Euro im Jahr, die Summe der Einsparungen teilen sich Schwalmstadt und Willingshausen je zur Hälfte.

„Die Kostenteneinsparung trifft sowohl für die Gemeinde Willingshausen sowie die Stadt Schwalmstadt zu. Das anfallende Faulgas wird einer Verwertung zugeführt und ist damit eine Verbesserung der Co2-Bilanz und deshalb ökologisch sinnvoll“, so Willingshausens Bürgermeister Heinrich Vesper.

Für den Transport des Klärschlamms aus Willingshausen nach Treysa sorgt der Maschinenring Schwalm-Eder.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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