Johann-Strauß-Orchester Frankfurt und Solisten begeisterten bei VR-Bank-Konzert

Klangpracht der Operette

Homberg. Wer mag sie nicht, die herrliche Musik des ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán und der österreichischen Tonschöpfer Johann Strauß, Franz Lehár, Nico Dostal und Fred Raymond.

Melodien aus deren Operetten brachten am Sonntagabend den Menschen in der Homberger Stadthalle gute Laune und Frohsinn, trotz Glatteisgefahr auf den Straßen. Schwungvoll angeleitet von Dirigent Stefan Ottersbach, spielte das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt feurig auf und bot berauschende Klangpracht.

320 Gäste

Dazu erlebten die 320 Zuhörer eine bezaubernde Deborah Lynn Cole (Sopran). In dunklem Anzug und mit dunkler Krawatte wirkte Jud Perry (Tenor) farblos und ließ in manchen Szenen spontane Spielfreude vermissen.

Angespornt durch den feinen Klangrahmen des Orchesters setzten beide Sänger mit der Strahlkraft ihrer Stimmen hinreißende Akzente in Soli und Duetts.

Zur Eröffnung passte die Ouvertüre zu Kálmáns „Gräfin Mariza“ perfekt ins Konzept. Das Orchester spielte meisterhaft und stimmte damit sogleich das Publikum ein. Dem standen die Gesangsstars musikalisch nicht nach. Als Graf Tassilo sang sich zuerst J. Perry mit der Liebeserklärung „Grüß‘ mir mein Wien“ und danach L. Cole als temperamentvolle Csárdásfürstin mit „Heißa, so verliebt zu sein“ in die Herzen der Zuhörer.

Ein Duett mit der Bezeichnung „Kleine Etelka“ aus Dostals „Die ungarische Hochzeit“ folgte vor der Pause. Es schien so, als fühlten sich die Sänger in den Rollen als Arpad und Etelka ganz in ihrem Element.

Den zweiten Konzertteil dominierten musikalische Highlights aus „Der Zigeunerbaron“ und „Die Csárdásfürstin. Wunderschöne lyrische Passagen von Flöte, Oboe und dem Pizzicato der Streicher boten die Musiker in der Ouvertüre zu „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. 13 Paare aus dem Publikum folgten der Aufforderung des Orchesterchefs, zu Kálmáns „Dorfkinder Walzer“ auf die Tanzfläche.

Barinkay (J. Perry) trat angeberisch auf und behauptete: „Als flotter Geist, hab ich die halbe Welt durchreist“. Arsena, Tochter des Zigeunerbarons, (L. Cole) gab mit strahlendem Sopran zu bedenken: „O habet acht“.

In Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ erkannte Graf Boni (J. Perry) „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“. Und Sylva (L. Cole) machte im dem Sopran-Paradestück „Heja, in den Bergen ist mein Heimatland“ klar, wo sie zu Hause ist.

Mit dem „Ungarischem Tanz Nr. 5“ von Brahms beendeten die Johann-Strauß-Musiker das offizielle Programm. Doch das sollte noch nicht der letzte Höhepunkt gewesen sein. Denn in den Zugaben setzten die Musiker mit „Der Donner und Blitz- Polka“ und dem zackigen „Radetzky-Marsch“ noch klangstarke, finale Ausrufezeichen.

Das Publikum applaudierte stürmisch im Stehen und signalisierte, dass in diesem Konzert, das die VR-Bank Schwalm-Eder veranstaltete, wohl keine Wünsche offen blieben.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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