Nach den Sommerferien: Kostenlose Beratung für sanierungswillige Hauseigentümer

Es klappt nur gemeinsam

Alte Häuser am Fuße der Felsburg: Das Gebäude rechts im Bild steht leer, die Erben haben das Erbe ausgeschlagen. In der Altstadt gibt es zahlreiche – bewohnte – Häuser, die dringend saniert werden müssten. Einzelsanierungen bringen aber wenig. Foto:  Müller-Neumann

Felsberg. Ein Eigentümer eines Altbaus saniert, aber die Nachbarn lassen ihre Häuser verkommen. „Das ist rausgeworfenes Geld“, sagt Ralf Dötig. Denn nur wenn mehrere mitziehen, steigert eine Sanierung den Wert des Gebäudes, weil das Umfeld stimmt. Nach den Sommerferien berät das Mitglied der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg Sanierungswillige – kostenlos, inklusive Planung.

Eigentlich, macht Dötig deutlich, muss man noch weiter vorne anfangen, denn vielen sei gar nicht klar, dass sie an ihren Häusern etwas machen müssen. Und wenn dieser erste Schritt getan sei, gebe es viele Möglichkeiten. Dabei geht es nicht allein darum, die Fassade zu sanieren, Fenster zu erneuern und die Wände zu dämmen. Es geht auch darum, Häuser umzugestalten.

„Die Häuser wurden einst für große Familien gebaut, heute lebt oftmals nur noch ein Mensch darin“, sagt Dötig. Dann müsse man überlegen, wie es weitergeht.

Bedarf an kleinen Wohnungen

Man könne mehrere kleine Wohnungen einrichten, denn dafür gebe es Bedarf. Man könne bei den Senioren zusammen mit den künftigen Erben überlegen, das Haus zu verkaufen und sich ein Nießbrauchrecht – das Recht zur umfassenden Nutzung – auf Lebenszeit zu sichern. Keine gute Lösung sei es, das Problem auszusitzen und dann das Haus für ein paar Euro zu verkaufen.

Es gehe insgesamt nicht nur um den Erhalt der Häuser, sondern auch darum, Leben in die Altstadt zu bringen. Wenn dort mehr Menschen leben, helfe das auch dem Einzelhandel. Und bei der Sanierung sollten die Felsberger Handwerker eingebunden werden.

Wenn sich mehrere Nachbarn einig sind und ihre Häuser sanieren, würde sich auch eine alternative Heizung lohnen, zum Beispiel ein kleines Blockheizkraftwerk.

Leben und Geld würden auch Touristen in die Drei-Burgen-Stadt bringen, ist sich Dötig sicher. So wäre ein Hotel für Radwanderer eine Möglichkeit, bei der sich die Gastronomie einbringen könnte. Und: Felsberg hat eine gute Lage, gute Verbindungen über die Autobahnen und dank der Bahn. „Aber die Stärken sind nur wenig im Bewusstsein“, bedauert Ralf Dötig. (bmn) WEITERE ARTIKEL

Quelle: HNA

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