Countertenor Oswald Musielski gab am Freitag ein Konzert in der Heilig-Geist-Kirche

Mit der Klarheit eines Kristalls

Treysa. Volles Haus am Freitag in der Heilig-Geist-Kirche in Treysa: 250 Menschen strömten am Abend in die katholische Kirche, um Countertenor Oswald Musielski zu hören. „Diamonds“ – unter diesem Titel steht Musielskis neues Konzertprogramm, das die Zuhörer mehr als zwei Stunden fesselte. Klar wie Kristall erfüllte seine viereinhalb Oktaven umfassende Stimme das Kirchenschiff: Zu hören waren Glanzlichter der Musikgeschichte – von den 1060er-Jahren bis in die 1990er.

Mal melancholisch, mal spitzbübisch parlierte Musielski über das Leben und die Liebe. Expressive Robe inklusive: Denn die ist mittlerweile zum Markenzeichen des bekennenden Paradiesvogels geworden. Im ersten Teil glänzte der 25-Jährige ganz unschuldig in weiß, im zweiten Teil verkörperte er im schwarzen, extravagant geschnittenen Frackoberteil mit transparentem Shirt laszive Eleganz. Doch dass der Countertenor mehr als Hülle ist, bewies er eindrucksvoll: Whitney Houston-Klassiker wie „I have nothing“ und „I will always love you“ transporierte er mit traumwandlerischer Sicherheit. „Natural Woman“ von Aretha Franklin hauchte er dramatisches Leben ein, Tom Jones „She´s a lady“ interpretierte er mit einem Augenzwinkern.

Charmant kündigte Musielski auch seinen 12-jährigen Bruder Tom Orth an, der zwei Werke auf der Geige spielte.

Später inszenierte sich der 25-Jährige im „Farbenspiel des Winds“ aus dem Film Pocahontas, mystisch klang „Nur dein Blick“ aus Jekyll and Hyde. Das begeistere Publikum erklatschte sich Zugaben: Mit „I am what I am“ von Gloria Gaynor und einer roten Rose für jeden Gast verabschiedete sich der Countenor von seinen Gästen. • Nächstes Konzert: Freitag, 8. November, 19.30 Uhr, Stadthalle Homberg

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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