Pläne für ehemaliges Gasthaus vorgestellt

Betrieb in Homberger Krone soll wieder starten

Haben Ideen, wie die Krone wieder lebendig wird: Steuerberater Achim Boller, Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Architekt Klaus Mienert. Foto: Thiery

Homberg. Der Gastbetrieb in der Homberger Krone, einem der ältesten Gasthäuser Hessens, soll möglichst bald wieder aufgenommen werden.

Bürgermeister Dr. Nico Ritz stellte bei einer Tagung der Fachwerktriennale in Homberg Konzepte vor, wie das Haus wieder mit Leben erfüllt werden könnte. Die Veranstaltung fand in der Krone statt.

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„Zunächst müssen klare Strukturen her“, sagte Ritz. Bislang gehört das Haus der Hessischen Landesgesellschaft, die es für die Stadt vorhält. Wenn möglich soll das Gebäude zunächst mit den Spenden des Vereins Bürger für Homberg gekauft werden. Eigentümer könnte dann eine Gesellschaft werden, die als GmbH&Co KG firmieren solle.

Diese Gesellschaftsform sei wegen der Haftung und Finanzierung die zunächst sinnvollste Variante, erläuterte Steuerberater Achim Boller. „Die Stadt selbst wird nicht Eigentümer der Krone werden“, betonte Ritz. Allenfalls könne sie mit den Spenden die GmbH gründen, 25 000 Euro seien das nötige Kapital dafür, darauf belaufe sich auch der bisher gespendete Betrag.

Weitere Anteile würden Kommanditisten übernehmen. Das wären Handwerker verschiedener Gewerke, die die nötigen Renovierungen übernehmen würden. Einen Teil ihrer Arbeit bekämen sie bezahlt, für einen anderen Teil würden sie Mitgesellschafter und hätten am Betrieb der Krone teil.

Er habe keine Bedenken, dass sich genügend Interessenten finden würden. „Viele Handwerker haben sich dafür bereit erklärt“, sagte Ritz. Ein Treuhänder könne einspringen, bis das rechtliche Konstrukt fertig sei, eventuell könnten später auch Privatleute teilhaben. Das fördere die Tragfähigkeit. Ritz möchte zudem Zuschüsse aus der Städtebauförderung in Anspruch nehmen. Wenn alle Vorstellungen zusammen träfen, könne dieses Modell auf lange Sicht aussichtsreich sein.

Projektleiter Dr. Uwe Färber

Ritz glaubt, dass sich die Krone gut verpachten ließe, auch da gebe es Interessenten. „Allerdings zu einem schlanken Kurs“, sagte er. Vor allem die hohen Energiekosten schreckten ab, daher sei eine Sanierung dringend nötig. Architekt Klaus Mienert skizzierte die nötigen Umbauten. Dazu gehören Brandschutz, Wärmedämmung, eine neue Decke im Saal, Lüftungsanlage, Fenstersanierungen, ein neuer Anbau an der Küche für Nebenräume, neue WC-Anlagen, behindertengerechte Toiletten sowie ein Aufzug in die erste Etage zum Saal. Auch in der Küche gebe es Renovierungsbedarf.

„Die Fachwerkfassade ist gut in Schuss“, sagte Mienert. Sie müsse nur an wenigen Stellen saniert werden. Beim Inventar hofft Ritz auf die Beteiligung einer Brauerei. Über den Betrag, der nötig sei, wollte er keine Aussage machen, das sei noch viel zu früh.

Um den Leerstand in Hombergs Innenstadt zu beheben, gab es unkonventionelle Anregungen beim Treffen der Fachwerktriennale. Die gingen aus den Erfahrungen in anderen Städten hervor, sagte Projektleiter Dr. Uwe Färber. Die Bilanz sei nicht nur für Homberg ernüchternd. Die Leerstände stagnierten, beziehungsweise stiegen weiter an. Das betreffe viele Fachwerkstädte. Wie in Homberg auch, hätten die Städte kein Geld, könnten also nicht einspringen. Diskutiert wurden Modelle privater Beteiligung.

Der Zwischenerwerb von Immobilien sei eine Lösung. Dabei könnten sich Initiativen zu Genossenschaften zusammentun, um die Fachwerkhäuser zu sanieren, bevor sie einer anderen Nutzung zugeführt werden. Wie auch bei der Sanierung der Krone in Homberg setzt die Arbeitsgemeinschaft auf private Beteiligung, um Kulturgut zu retten.

Quelle: HNA

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