Volksbühne Bad Emstal - Comedians Helge Thun und Udo Zepezauer begeistern Publikum

Klasse mit Wortwitz und Ironie

Kommen sich näher: Bienenjunge Willi (Udo Zepezauer) und Grashüpfer Flip (Helge Thun) auf der ergebnislosen Suche nach ihrer Biene Maja. Fotos:  zek

Bad Emstal. Man muss kein Comedy-Fan sein, um an dem Programm von Helge Thun und Udo Zepezauer („Bis einer heult“) gefallen zu finden. Die Art und Weise, mit denen sie als „Helge und das Udo“ ihr Publikum ohne Umschweife erreichen, ist unverkennbar und verblüffend in ihrer Spontanität.

Am Nerv des Publikums

Mit intelligentem Wortwitz, schauspielerischem Talent und einer deftigen Portion Selbstironie kitzeln die beiden Wortakrobaten am Nerv des Publikums und locken es dabei regelrecht aus der Reserve. Das wunderbare Spiel zwischen Sprache und Dichtung, in Verse gehüllt oder im prosaischem Gefecht in den Saal geschmettert, zog sich wie ein rotes Band durch den komödiantischen Lyrikabend im Kur- und Festsaal in Bad Emstal. Auf die Beine gestellt von der Volksbühne Bad Emstal.

Das Duo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, sich selbst oder andere aufs Korn zu nehmen, werfen sich kleine spitzfindige „Gereimtheiten“ zu, solange „bis einer heult“. Dabei bleibt natürlich auch das Publikum nicht verschont. Gekonnt entlocken sie den Zuschauern persönliche Informationen, um sie dann spontan im Programm „vorzuführen“. Die wunderbare Zweideutigkeit ihrer Pointen macht auch vor der großen Weltliteratur nicht halt, als Helge und Udo die komplette Nibelungen in knappen zwanzig Minuten geistreich und äußerst humorvoll darboten. Ein kleines Meisterwerk an Situationskomik war das Radiointerview über den russischen Schriftsteller Anton Tschechow. Hier waren Namen Programm, welches schließlich in einem sprachlichen Desaster endete. Am Ende stand dann noch die entscheidende Frage: Woher hat Maria ihr Kind? Auch die wurde mit einer schonungslosen Selbstverständlichkeit auf ebenso humorvolle als auch geistreiche Art und Weise von den beiden Vollblut-Kabarettisten beantwortet.

Von Elke Müller

Quelle: HNA

Kommentare