Beschwingtes Neujahrskonzert mit Kammerorchester Wernigerode und Solisten

Zur Klassik gab es einen Kuss

Faszinierten: Die Solisten Viktoria Car, Sopran aus Wien und Dietmar Sander, Bariton aus Hannover begeisterten ihr Publikum beim Neujahrskonzert im Kurhaus in Bad Zwesten. Fotos: Auerbach

Bad Zwesten. Es war ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse, dass das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und die beiden Solisten Viktoria Car, Sopran aus Wien und Dietmar Sander, Bariton aus Hannover im Kurhaus von Bad Zwesten abfeuerten. Aus bester Spiellaune heraus, gelang den Musikern und Sängern unter der Führung von Dirigent Christian Fitzner ein glanzvoller, musikalischer Jahresauftakt.

Walzer, Polkas und Märsche rissen das Publikum mit. Melodien aus Opern, Operetten und Musical kamen bei den Zuhörern bestens an. Zu erleben wie die Sänger und das Orchester harmonierten und wie die Vokalisten mit klaren, beschwingten Stimmen im Duett und auch im Solo überzeugten, war eine reine Freude.

Von der zauberhaften Ausstrahlung der Viktoria Car und dem Charme des Dietmar Sander war das Publikum begeistert. Die beiden scherzten miteinander und trieben in vielen Liedern ein komödiantisches Spiel zu dem Christian Fitzner ermunterte. So verbreiteten sich Frohsinn und gute Laune im Handumdrehen. Bereits beim Intro, der Ouvertüre zu Franz von Suppés „Boccaccio“, einem Stück, das zwischen sanft und aufregend hin und her changiert, kam das Orchester in Fahrt. Dem standen Viktoria Car und Dietmar Sander im ersten Duett nicht nach.

Viele kleine Papagenos

Scheinbar federleicht sangen sie aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ das zungenbrecherische „Pa pa pa pa“, versprachen sich ihre Liebe und viele kleine Papagenos und Papagenas. Und als wäre das nicht genug, umgaben sie ihren Gesang mit einem Hauch lustvoller Erotik, die in einem Kuss endete. Von dem wusste Dirigent Fitzner, dass es kein Bühnenkuss war. Im ersten Programmteil folgten noch neun spritzige Musikstücke. Vor der Pause animierte der Dirigent das Publikum noch zum Aufstehen und zum Mitsingen. Aus 150 Kehlen erklang: „Jamme, Jamme ´ncoppa, jamme já“ aus dem bekannten italienischen Volkslied „Funiculi, Funicula“. Die Akteure waren entzückt von dieser Idee.

Nach der Pause, ein Pfiff mit der Pfeife und rasant setzte sich das Orchester mit der Johann Strauß (Vater) Polka „Reise-Galopp“ in Bewegung. Eindeutig zweideutig ging es im Duett „Joseph, ach Joseph“ aus Leo Falls Operette „Madame Pompadour“ zu. Die Pompadour (Viktoria Car) spielte mit dem Feuer und umwarb verführerisch ihren Calicot (Dietmar Sander) mit dem Wink: „Das Küssen macht so gut wie kein Geräusch.“

Wer glaubte, die Stimmung sei nicht mehr zu toppen, sah sich bei Jacques Offenbachs „Can Can“ eines Besseren belehrt. Das Publikum zeigte sich begeistert und dankte mit einem riesen Applaus.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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