Bürgermeisterkandidat Henkelmann (SPD) über Ziele nach der Wahl

Klaus-Dieter Henkelmann

Breuna. „Es macht mir Spaß, für und mit den Menschen zu arbeiten“, sagt Klaus-Dieter Henkelmann nicht ohne Stolz. Die Aussage verwundert wenig nach 24 Jahren als inzwischen wohl dienstältester Bürgermeister im Landkreis Kassel.

Und damit bringt der alte und neue Bürgermeister auch auf den Punkt, warum er eine weitere Amtszeit dranhängen will.

Dass es keinen Gegenkandidaten gibt, kennt Henkelmann bereits, lediglich bei seiner dritten Kandidatur stellte sich ein Gegenbewerber. Als eine Bestätigung seiner Arbeit sieht er die Tatsache aber schon. Wenn der Amtsinhaber auf seine vielen Jahre an der Spitze der 3800-Einwohner-Gemeinde zurückblickt, fällt ihm direkt die gute Zusammenarbeit mit den Gremien ein.

Als schöne Anekdote ist ihm die Entstehung des Gewerbegebietes Hiddeser Feld in Erinnerung geblieben: „Das Feld ist quasi in meinem Büro entstanden.“ Aus lockeren Verhandlungen zur Ansiedlung eines Rewe-Marktes sei dann letztlich das Gewerbegebiet mit 650 neuen Arbeitsplätzen für den Altkreis entstanden.

Gerade bei dieser Thematik wünscht sich der Breunaer mehr Lenkung durch die Regionalpolitik, so dass bestehende Flächen besser ausgelastet werden, bevor neue Flächen auf der grünen Wiese entstehen. Als eine der wenigen Kommunen im Kreis einen ausgeglichenen Haushalt aufzuweisen, sei auch ein Verdienst seiner Mitarbeiter in der Verwaltung. Aber auch Indiz für gegenseitigen Respekt und Wertschätzung in den Gremien, unabhängig von Parteizugehörigkeit.

Dass man in den Ortsteilen eine recht gute Infrastruktur besitze, sei eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft, diese aufrecht zu erhalten, auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Die Suche nach Partnern bei der Interkommunalen Zusammenarbeit um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen, sieht Henkelmann als eine weitere wesentliche Aufgabe für die Zukunft an: Dass eine Stadt wie Volkmarsen etwa auf Breuna zukäme, um bestehende Standards bei der Aufstellung des Haushaltes zu nutzen, sei durchaus denkbar.

Pilotprojekt gestartet

Weiterhin sei man im Zuge eines Pilotprojektes dabei, für Verbindungsprobleme zwischen den Ortsteilen neue Lösungen zu finden. Vorstellbar wäre es, dass ein älterer Mensch mit Freizeit einen Gemeindebus fährt und damit andere Senioren beispielsweise zu Arztterminen bringt. Gar nicht neu in Breuna, aber Schwerpunkt seiner kommenden Amtszeit ist für ihn die Energiepolitik.

Auf lokaler Ebene „haben wir in fünf Jahren die Energiewende geschafft“, glaubt er. Die Weichen dafür sind mit dem in 2014 kommenden Windpark Breuna gestellt. Genau wie für die nächste Periode als dienstältester Bürgermeister im Landkreis.

Wichtige Entscheidungen:

Wenn Henkelmann auf die wichtigsten Entscheidungen seiner langen Amtszeit zurückblickt, fallen ihm die Dorferneuerung in Breuna und Wettesingen ein. Aber auch die für die Bürger kaum sichtbaren Bereiche von Abwasser- und Wasserversorgung sowie der Straßenbau seien sehr „ambitioniert“ umgesetzt worden. Dass man sich als kleine Gemeinde eine Märchenlandtherme leiste, habe einen ganz wichtigen Nebeneffekt: Viele Kinder aus dem Altkreis würden dort Schwimmunterricht bekommen. Dass die öffentlichen Gebäude auf einem energetisch guten Stand seien, bewertet er ebenfalls als wichtig. Ernst wird Klaus-Dieter Henkelmann beim Thema Frackingpläne in Nordhessen: „Das ist absoluter Wahnsinn“, man müsse aufpassen, dass man durch die Pläne nicht hinters Licht geführt werde. Den Kampf gegen jegliches Fracking vor der Haustür „werden wir annehmen“.

Von Nicolai Ulbrich

Zur Person

Klaus-Dieter Henkelmann ist 57 Jahre alt und seit 26 Jahren mit seiner Frau Astrid verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter (24 und 18) und lebt seit 25 Jahren in Breuna. Henkelmann ist seit Juli 1989 Bürgermeister der Gemeinde Breuna. Zuvor war er in verschiedenen Abteilungen der Gemeindeverwaltung tätig. Henkelmann ist Verwaltungsfachmann und hat einen Fachhochschul- sowie einen Studienabschluss im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Der 57-Jährige war bereits mit 22 Jahren Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altenstädt. Im Naumburger Parlament war er viele Jahre tätig, unter anderem als Stadtverordneter. 1978 wechselte er dann in die Gemeinde Breuna. (uli)

Quelle: HNA

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