Galerie Holzburg: Neue Ausstellung thematisiert die Sprache der Kleidung

Kleider machen Leute

Vorbereitung: Dr. Anton und Heidrun Merk haben alle Hände voll zu tun, um die Ausstellung zu gestalten. Fotos: Rose

Holzburg. Warum nur ist die Tracht allerorts heute wieder so in Mode? Dieser Frage spürt das Team des Dorfmuseums Holzburg in einer neuen Ausstellung nach, die am Sonntag eröffnet wird.

Dr. Anton Merk, Heidrun Merk sowie die Künstlerinnen Waltraud Frese, Ursel Arndt, Anja Köhne, Elke Mark und Susanne Wagner haben sich mit dem Thema beschäftigt und geben Einblicke in Mode, Tracht und Kunst. Einzelstücke, Figurinen und Accessoires zeigen, wie sich bürgerliche Mode und Tracht parallel entwickelten, was sie beeinflusste und wie sich beides verändert hat.

„Auch die freie Kunst wird von Trachten-Elementen inspiriert.“

Anton Merk

Neben dem eigenen Bestand zeigt das Museum auch hochwertige Leihgaben. „Im Prinzip geht die Entwicklung auf Mitte des 18. Jahrhunderts zurück“, erklärt Merk. In den Städten entwickelte sich die Mode. Heidrun Merk erläutert, dass die Entwicklung auch von der 1772 in Hessen-Kassel erlassenen Kleiderordnung geprägt war. Das Tragen von Samt, Seide und Spitze war darin für die Untertanen verboten. „Es wurde als Sanktion der Verlust der bürgerlichen Rechte angedroht“, verdeutlicht sie.

Während die Kleiderordnungen in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts kaum mehr eine Rolle spielten, bildeten sich auf dem Land neue Ordnungen heraus, die in der Tracht jedes Detail exakt festlegten – und selbstverständlich auf Materialien wie Seide und Samt zurückgriffen.

Ende der Kleiderordnung

Deshalb wird ganz standesgemäß auch Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel zur Ausstellung erwartet. Die Französische Revolution habe schlussendlich die Kleiderordnung überflüssig gemacht, verdeutlicht Heidrun Merk. So verschwand etwa die Kniebundhose aus der männlichen Kleidung, die lange Hose setzte sich durch. In der Tracht blieb das kurze Beinkleid jedoch bestehen.

In der Galerie ist zu sehen, wie sich Künstler mit Tracht auseinander setzen. „Auch die freie Kunst wird von Trachten-Elementen inspiriert“, sagt Anton Merk. Und so spannen die Ausstellungen einen faszinierenden und spannenden Bogen zwischen der Tracht einst, der Entwicklung der Mode und der Tracht heute – historisch belegt und modern interpretiert.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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