Klein, aber oho:  Modellbau-Ausstellung in der Homberger Stadthalle

Die Kunst des Kleinen: Modellbauer Klaus Reuter aus Frielendorf war auch bei der Ausstellung dabei.

Homberg. 32 Bastler und Tüftler zeigten bei der Ausstellung am Sonntag in der Homberger Stadthalle ihre Modelle.

Enzo Ferrari trug gern Sonnenbrille, rote Pullis und der Schlips ragte immer noch ein kleines Stückchen unter dem Pullunder hervor: So stellte auch Matthias Pohl aus Homberg den Rennfahrer und Gründer des legendären Ferrari dar. Er baute den Italiener maßstabsgetreu nach und positionierte die Figur zu den vielen Carrera-Rennautos, die der Bastler vom Plastik-Modellbau-Club Fritzlar-Homberg bislang gebaut hat. Am Sonntag stellte er sie in der Homberger Stadthalle aus und dabei war er nicht alleine.

Denn die Leidenschaft der Bastler und Tüftler hat viele Freunde und eine Menge Varianten. 32 Aussteller zeigten ihre Modelle. „Die Hauptsparte ist der Militärbau“, sagten Fabian Schmidt und Klaus Herold aus Vellmar. Der Nachbau von Panzern und Einsatzfahrzeugen aus dem zweiten Weltkrieg oder der Bundeswehrzeit bestimmte auch den Großteil der Ausstellung, die fast ausschließlich von Männern gestaltet wurde.

Für die beiden Bastler aus Vellmar ist der Modellbau eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der man viel Geduld und Fingerfertigkeit entwickeln müsse. Man lerne jedes Mal hinzu und könne über die Zeit immer besser und genauer werden, sagen sie begeistert und schnitzten und tüftelten natürlich auch während der Ausstellung.

Es sei eine unheimlich kreative Arbeit, sagte auch Johannes Bernhardt aus Frielendorf. Der 22-Jährige baut Panzer wie sie von ehemaligen nordhessischen Einheiten gefahren wurden. Die Verbindung dazu kommt von seinem Vater, der bei der Bundeswehr war. Derzeit arbeitet er an einem Leopard I.

Viele der Ausstellungsstücke waren historisch und genau diese Stücke im Modell zu erhalten, das sei sehr reizvoll. So unterschiedlich wie die Aussteller, waren auch die Ausstellungsstücke. Einige arbeiten mit Bausätzen, andere bringen eigene Ideen ein. Wie Helmut Strauch aus Calden. Er schuf die Dresdener Frauenkirche aus Sperr-Balserholz, nachdem er ein Papierkarton- Modell fotografiert und dann vergrößert hat.

Flugzeug in der Stadthalle

Im Maßstab 1:200 ragte die bekannte Kirche in der Ausstellung hervor. Fotos dienen auch Rüdiger Hain aus Fulda als Vorlage. Seine Spezialität sind Flugzeuge.

Christian Flegl, der am Sonntag mit Tochter Selina die Ausstellung besuchte, bewunderte die Detailverliebtheit der Aussteller. Die war auch bei Klaus Reuter zu sehen, er baut Schiffsmodelle aus Papier im Maßstab 1:250 nach. 4000 Stunden saß er an dem Stückgutfrachter. Die Ausstellung diene dem Erfahrungsaustausch und sei eine gute Möglichkeit seine Arbeiten zu zeigen, sagte Matthias Pohl. „Der Bastler tüftelt sonst immer allein im stillen Kämmerlein“, sagte er. Die Ergebnisse mit anderen zu teilen mache viel Freude. Das lernten auch Dennis und Kevin Fischer. Die beiden Jungs sind der Vereinsnachwuchs und bevorzugen es zu gestalten, statt vor dem Computer zu sitzen. Nachwuchsförderung sei auch eines der Ziele des Vereins, der 18 Mitglieder hat.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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