Klein-Otto ist der Größte: Nachwuchs auf dem Archehof

Wird einmal ein kräftiger Stier: Bullenkalb Otto. im Hintergrund Ursula Riemenschneider vom Archehof. Foto: Grenzebach

Dagobertshausen. Sein Name ist Otto, für sein Alter ist er ziemlich groß, ganze 90 Zentimeter misst er bis zur Schulter. Mittlerweile wiegt er stolze 60 Kilogramm, trägt ein hellbraunes, graues, flauschiges Fellkleid und steht seit fünf Wochen sicher auf vier Beinen.

Otto ist ein Bullenkalb der Rasse Original Braunvieh und lebt auf dem Archehof in Dagobertshausen. Zum dritten Mal gab es dort in diesem Jahr Tiernachwuchs.

Helmut und Ursula Riemenschneider führen den Hof , der erst seit Frühjahr als Archehof anerkannt ist. Sie kümmern sich um vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und züchten diese weiter. Zu diesen Rassen gehört das Original Braunvieh alter Zuchtrichtung - und eben auch Otto und seine Mutter Frieda.

Plötzlich mussten wir doch Geburtshilfe leisten, weil das Kälbchen zu groß und zu schwer war.

Mitte August kündigte sich die Geburt an. Helmut Riemenschneider:. „Ich kam abends nach Hause und merkte, dass es im Stall unruhig war. Rinderdame Frieda bekam ihr Kalb. Ich sah schon die Beine von Otto rausschauen. Doch plötzlich mussten wir doch Geburtshilfe leisten, weil das Kälbchen zu groß und zu schwer war.“

So halfen Ursula, Helmut und Schwiegermutter Erna Riemenschneider (83 Jahre), den großen Otto auf die Welt zu holen. „Wir haben zu dritt an Ottos Beinen gezogen. Meine Mutter stand dann schon mit einen Eimer heißen Wasser und Handtüchern da“, erinnert sich Helmut Riemenschneider.

Das war ein aufregendes Ereignis, besonders für Erna Riemenschneider, die zuletzt vor über 30 Jahren half, ein Kälbchen auf die Welt zu holen. Den Tierarzt hatten Riemenschneiders informiert, da Frieda zum ersten Mal kalbte und man auf Nummer sicher gehen wollte. Doch als am Sonntagabend der Tierarzt auf dem Hof eintraf, war schon alles erledigt: Otto war schon da.

Für Frieda war es eine schwere Geburt, da Otto sehr groß und schwer war, aber beide haben die Geburt gut überstanden. Mittlerweile tobt Otto im Freigehege herum:. Er hopst und springt, reibt sich an Baumstämmen, probiert schon mal einen Grashalm, säugt mal kurz zwischendurch und genießt sein Leben. Otto ist ein zutrauliches Tier und zeigt ein gutes Gemüt.

Helmut Riemenschneider erzählt, dass Otto richtig handzahm werden soll, damit Kinder und erwachsene Gäste ihn später streicheln können. Riemenschneiders ist bei allen Tieren wichtig, dass sie zahm sind.

Ausblick

Er werde immer wieder von den Kindern gefragt, wie es mit Otto weitergehen. Da haben sich Riemenschneiders noch nicht festgelegt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Treysa oder Memmingen. Entweder geht Otto an einen befreundeten Züchter in Treysa und wird dort in eine Jungbullengruppe integriert oder Otto wird später in Memmingen gekört. Das bedeutet, dass Otto auf einer Zuchtschau von einer Jury überprüft wird, ob er den Vorgaben des Zuchtverbandes entspricht. Von dem Zuchtverband in Memmingen stammen auch die Spermien, mit denen Frieda künstlich besamt wurde.

Im Herbst steht die nächste Rindergeburt auf dem Archehof an. Emma wird kalben. Aber nun sind Ursula, Helmut und Erna Riemenschneider ja schon ein eingespieltes Geburtshelferteam und sehen dem nächsten Ereignis gelassen entgegen.

www.originalbraunviehzuchtverein.de

Quelle: HNA

Kommentare