Aktionstag "Mobil bleiben": Mit Handicap im Straßenverkehr

Schmand oder nicht: Redakteurin Barbara Kamisli schlüpfte in den Alterssimlationsanzug und musste im Supermarkt schon genau hinschauen, um die Schrift auf dem Becher lesen zu können.

Felsberg. Schon eine kleine Kante kann für Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder aufgrund ihres Alters nicht mehr so beweglich sind, schnell zum Hindernis werde.

Wie es sich anfühlt, wenn man im Alltag eingeschränkt ist – sei es durch einen Rollstuhl, einen Rollator oder durch andere Handicaps – das konnten die Besucher des Aktionstages „Mobil bleiben - mit Rücksicht und Vorsicht“ am Samstag in Felsberg erleben. Die Seniorenbeauftragte der Stadt Felsberg, Christina Nolte, hatte gemeinsam mit den Behindertenbeauftragten der Stadt, Kolja Sippel, und des Altkreises Melsungen, Gustav Walter, sowie der Verkehrswacht Schwalm-Eder zu diesem Tag eingeladen.

Die Besucher konnten in einen Anzug schlüpfen, der sie innerhalb weniger Minuten um Jahrzehnte altern ließ. Sie erlebten mit welchen Schwierigkeiten man konfrontiert ist, wenn die Beine steif, die Augen trüb und das Gehör schlecht sind (siehe Artikel rechts). Außerdem war auf dem Rewe-Parkplatz ein Parcours aufgebaut, der mit dem Rollstuhl oder Rollator bewältigt werden musste. Die Besucher erlebten hautnah, wie selbst die kleinste Bordsteinkante oder ein schräger Bürgersteig zum Problem werden können.

„Wir wollen mit diesen Aktion gegenseitiges Verständnis wecken“, sagte Kolja Sippel. Alle Verkehrsteilnehmer hätten unterschiedliche Bedürfnisse, aber trotzdem sei es wichtig aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Wichtig, sagte Christina Nolte, sei aber nicht nur Rücksichtnahme, sondern auch sich im Straßenverkehr für andere sichtbar zu machen. Und so wurde in einem Zelt die Wirksamkeit von Reflektoren gezeigt.

Die Kreisverkehrswacht lud unter anderem zum Reaktions- und Sehtest ein. Ein Blick durch die Rauchsbrille zeigte, wie die Welt mit 1,3 Promille aussieht und wie eingeschränkt man ist. Außerdem gab es Demonstrationen zum Toten Winkel. Der DRK-Ortsverein Edertal bot Blutdruckmessen an und demonstrierte den richtigen Umgang mit einem Defibrillator. (kam)

Quelle: HNA

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