Annett Ludwig-Deist gibt Tipps zur Haltung und Pflege der Tiere

Meerschweinchen-Züchterin: Kleine Nager sind kein Spielzeug

Knopfaugen und Sturzfrisur: Putzig sind die Peruaner-Meerschweinchen „Flavia“ und „Mirana“ aus der Zucht von Annett Ludwig-Deist aus Bischofferode. Foto:  Skrzyszowski

Bischofferode. Neugierig warten sie auf ihr Futter. Aus den Ställen luken aus drei Etagen kleine Meerschweinchenköpfe zwischen den Holzbrettern hervor. Die Tiere quieken und gurren, während sie zwischen den kleinen Holzhütten umher wuseln.

In einer Scheune in Bischofferode züchtet Annett Ludwig-Deist Meerschweinchen - rund 100 reinrassige „Peruaner“ und „Crested" leben derzeit dort. Die einen sind Liebhabertiere, die anderen Zuchttiere manche finden sogar im benachbarten Ausland ein neues Zuhause.

„Ich habe sogar mal Tiere nach Moskau verkauft“, sagt Annett Ludwig-Deist. Auch wenn ihre Zucht „Wuschel & Co.“ mittlerweile bekannt ist, gibt sie nicht jedem ihre Tiere ab. Und schon gar nicht als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

Dort gehören die kleinen Nager auch nicht hin. „Schließlich sind sie kein Spielzeug, sondern Lebewesen. Gerade bei Kindern müssen die Eltern bei der Anschaffung voll dahinterstehen“, sagt die Züchterin und erklärt, was bei der Pflege von Meerschweinchen zu beachten ist:

• Meerschweinchen sind Rudeltiere. Sie sollten laut Tierschutzgesetz nicht alleine gehalten werden - aber auch nicht, wie oft irrtümlich angenommen, mit Kaninchen in einem Käfig. „Die Tiere haben ein völlig anderes Sozialverhalten“, erklärt Ludwig-Deist.

• Der Käfig mit einem Mindestmaß von 1,20 Metern mal 60 Zentimetern sollte weder in Zugluft, in Heizungsnähe noch im Nassen stehen. Ein Auslauf ist gut - je größer desto besser.

• Hobelspäne eignen sich als Untergrund. Außerdem sind ein Unterschlupf im Käfig sowie Heu und Wasser ein Muss. Natürlich sollte der Stall regelmäßig - einmal pro Woche - gereinigt werden.

• Zweimal füttern pro Tag ist im Privathaushalt ausreichend. Die Futtermenge sollte konstant sein - Salat, Gurken und Äpfel fressen die Meerschweinchen gern. „Gerade im Winter sind auch Mandarinen gut, da die Meerschweinchen selbst kein Vitamin C bilden können“, sagt Ludwig-Deist.

• Misch- und Trockenfutter sollte dagegen weniger angeboten werden. Das Knabberzeug diene in erster Linie der Abnutzung der Zähne.

• Auch die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und geschnitten sowie langes Fell gekämmt werden.

• Vorsicht bei giftigen Pflanzen und Kabeln: Sie müssen in Sicherheit gebracht werden. Ebenso sollten Tierbesitzer Ecken und Ritzen abdichten. „Meerschweinchen sind Fluchttiere und klemmen sich gerne hinter irgendwelche Schränke“, erklärt die Züchterin.

• Die Kosten für die Meerschweinchen-Grundausstattung schätzt Annett Ludwig-Deist auf etwa 50 Euro. Monatlich kämen rund 10 bis 20 Euro für das Futter dazu.

Meerschweinchen seien insgesamt nicht pflegeaufwändig. Zum Tierarzt müssen die tierischen Mitbewohner nur, wenn sie krank sind: Eine gekrümmte Körperhaltung, ein struppiges Fell, triefende Augen, niesen oder eine schlechte Verdauung mit Appetitlosigkeit sind Anzeichen dafür. „Im Zweifel sollte man lieber einmal mehr zum Tierarzt gehen. Viele warten oft zu lange“, erklärt die Tierliebhaberin.

Quelle: HNA

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