„Das Leben findet heute statt“: 150 Frauen kamen beim Frühstückstreffen zusammen

Mut zu kleinen Schritten

Berät auch in Familien- und Glaubensfragen: Die Kelkheimerin Ursula Koszudowski referierte am Samstagvormittag beim 48. Frühstückstreffen in der Ziegenhainer Kulturhalle. Foto: Rose

Ziegenhain. „Das Leben findet heute statt“ – so lautete das Thema des 48. Frühstückstreffens für Frauen in der Ziegenhainer Kulturhalle. 150 Besucherinnen lauschten der Referentin und Sozialarbeiterin Ursula Koszudowski.

„Leben Sie schon oder haben Sie nur gefrühstückt?“, lautete die bewusst etwas provokant gerichtete Frage zu Beginn der Veranstaltung. Die Referentin stieg deshalb auch mit einer kleinen Konzentrationsübung in das Thema ein: Locker hinstellen, Füße fest auf den Boden und sich das Leben im Jetzt völlig bewusst machen. Im ersten Teil beleuchtete die Kelkheimerin, inwieweit wir unser Leben selbst leben oder es leben lassen.

Dabei sprach die Pädagogin den Frauen Mut zu, machte aber auch unmissverständlich deutlich, dass man nie wisse, wann das „persönliche Konto“, also die Zeit, abgelaufen sei. „Deshalb sollten wir nicht von anderen bestimmen lassen, wie wir unser Leben gestalten.“

Entscheidung nicht vertagen

Es sei etwa falsch, zu denken, dass das Leben durch unsere Vergangenheit festgelegt sei. „Halten wir uns nicht mit Dingen auf, die vorbei sind.“ Eine Fehleinschätzung sei auch, mit genügend Geld könne man alles gestalten und regeln. „Damit vertagen wir unser Leben auf einen späteren Zeitpunkt - denn die meisten warten vergeblich auf den Lottogewinn.“ Auch die Gegenwart sei überbewertet: „Letztlich ist die Gegenwart nur ein Wimpernschlag. Es sind nicht voraus berechenbare Jahre, die man festhalten kann“, verdeutlichte Koszudowski. Wie man das Leben hingegen gewinnen könne, dies erläuterte die Referentin in fünf Schritten: • Eigensinn anerkennen: „Niemanden gibt es doppelt, jeder hat seinen eigen Sinn – und das ist gut so“, sagte die Referentin. Nur wenn man sich mit anderen vergleiche, sei man immer falsch. Dabei gebe es in jeden Leben Ängste und Zweifel, Brüche und falsche Entscheidungen. „Wir müssen unser eigenes Leben akzeptieren, denn wir haben kein anderes. Verzichten sie auf Vergleiche und akzeptieren sie, dass andere Dinge anders machen.“ Auch Gott nehme die Menschen so an, wie sie seien. • Lebenssinn finden: „Ich kann in meinem Leben nur das verantworten, worauf ich auch Antworten habe“, empfahl die Pädagogin. Jeder Mensch habe dabei seine private Logik, sein inneres Motiv. • Sinnvoll agieren: „Kleine Schritte sind die einzigen, die ans Ziel führen“, erklärte Koszudowski. Dabei sollte man auf Impulse hören, nicht zu lange warten. „Sonst konditionieren sie ihren Misserfolg.“ Man bestimme allein, ob man lebe oder gelebt werde. • Unsinn ausweisen: Es sei Unsinn, stets auf den schönen Schein zu vertrauen. Es gelte, konsequent zu hinterfragen, was im Leben Sinn hat. „Sie werden sonst von Sorgen und der Opferrolle gelähmt. Das ist wie im Schaukelstuhl. Man bewegt sich, kommt aber kein Stück vorwärts.“ • Zur Besinnung kommen: In der Welt der Informationsflut und des Leistungsdruckes gebe es genügend Verbote. Man tue dies und man lasse das. Dabei verausgabten wir uns bis zur Erschöpfung. „Tun Sie einfach mal nichts. Oder besinnen sich, so wie in der Übung am Anfang. Nehmen Sie sich Zeit zum Ausruhen, schaffen Sie sich Oasen der Besinnung: Denn man weiß nie, wann das Konto des Lebens sich schließt.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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