Panne beim Landkreis

Kleinenglis: Flüchtlinge waren nicht angekündigt

Kleinenglis. Mit ihnen hatte niemand gerechnet: Als Dienstagvormittag in Kleinenglis 31 Flüchtlinge ihre neuen Wohnungen beziehen wollten, wusste in Borken niemand etwas davon.

„Wir sind regelrecht überfahren worden“, sagt Ortsvorsteher Werner Krell. Der Landkreis, der die Wohnungen für die Flüchtlinge anmietet, habe die neuen Einwohner nicht angekündigt.

„In der Regel werden die Gemeinden darüber unterrichtet“, erklärte Michael Schneider, Büroleiter beim Schwalm-Eder-Kreis. Dieses Mal sei es jedoch zu einer Panne gekommen. Zwar habe die Behörde der Stadt mitgeteilt, dass sie plant, Wohnungen in Kleinenglis anzumieten. „Es wurde aber versäumt, einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Das soll so nicht sein“, sagte Schneider. Die Kommunikationspanne wolle der Landkreis intern aufarbeiten. „Wir arbeiten daran, dass es besser wird“, kündigte der Büroleiter an.

Keine Vorbereitung

Bei der Stadt Borken sorgte der unangemeldete Einzug für Unmut. „Wir sind von den Flüchtlingen überrascht worden. Wir wussten nicht, wann und wo sie einziehen. Es wäre schöner gewesen, wenn wir eine Information bekommen hätten“, sagt Borkens Pressesprecher Siegfried Bank. Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm wolle das Thema in der Bürgermeister-Dienstversammlung nächste Woche ansprechen. Seine klare Forderung: Die Stadt Borken will wissen, wo der Kreis welche Wohnungen angemietet hat. Bisher habe die Stadt nur eine Übersicht mit Wohnungen, die dem Kreis angeboten wurden.

Auf die Überraschung folgte in Kleinenglis eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Schnell setzten sich Vertreter von Kirche, Feuerwehr, der Ortsbeirat und der Bürgermeister an einen Tisch. „Wir wollten besprechen, wie wir die Flüchtlinge unterstützen können“, sagt Krell. Später folgte das Gespräch mit den Asylsuchenden. Die 31 Männer und Frauen aus Syrien, Irak und Afghanistan sind zwischen 20 und 50 Jahre alt. Sie seien sehr höflich und zuvorkommend. Beim Besuch am Donnerstag gab es zwei weitere Überraschungen. Wie sich erst dort herausstellte, ist ein Mann schwer herzkrank und auf Medikamente angewiesen. Eine Frau ist hochschwanger. Nun gelte es, sie mit dem Nötigsten zu versorgen. „Wir wollen die nicht alleine lassen“, betont Werner Krell. Mit dieser Haltung ist der Ortsvorsteher nicht alleine. Viele Kleinengliser hätten bereits ihre Hilfe angeboten.

„Wir hatten einen Kaltstart, aber wir sind auf einem guten Weg“, freut sich Krell. Weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe in Kleinenglis soll es auf einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 2. März, ab 19 Uhr im Gemeinschaftshaus geben. „Wir wollen alles auf den schnellsten Weg klären, damit keine Missverständnisse entstehen“, betont Krell.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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