Holger Fritze spendete seinem Heimatort Oberlistingen einen AED-Defibrillator

Kleiner Lebensretter hinter Glas

Griffbereit: Holger Fritze (links) schenkte den Oberlistingern einen AED-Defibrillator, der in einer Außentür des Feuerwehrgerätehauses für jedermann erreichbar deponiert ist. Dafür dankten ihm (von links) Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann, Ortsvorsteher Frank Trampedach und Wehrführer Andreas Austermühl. Foto:  zih

Oberlistingen. Für die 750 Einwohner des Breunaer Ortsteils Oberlistingen gibt es ein Stück Sicherheit mehr. Die Listinger bekamen nämlich von ihrem Mitbürger Holger Fritze, der im Ort ein Medizintechnikunternehmen mit 18 Mitarbeitern betreibt, einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) im Wert von 1750 Euro geschenkt.

Ab sofort steht das Gerät, mit dem im Fall von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder bei Herzstillstand Erste Hilfe geleistet werden kann, für jedermann zur Verfügung. In Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Oberlistingen ist der Defibrillator nämlich hinter einer verschlossenen Klappe mit Glasscheibe und Öffnungsgriff am Feuerwehrgerätehaus deponiert.

Schlüssel zum Öffnen

Direkt daneben hängt, ebenfalls hinter Glas, das im Bedarfsfall zerschlagen wird, der Schlüssel zum Öffnen der neuen Defibrillator-Station. Die Station, so hoffen der Spender und die Dorfgemeinschaft, möge nicht Opfer von Vandalismus oder dreisten Dieben werden.

Jährlich sterben in Deutschland laut Statistik über 120 000 Menschen einen plötzlichen Herztod. Viele von ihnen könnten bei rechtzeitigem Einsatz eines solchen Defibrillators gerettet werden. Denn ein AED ist durch seine Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet.

Unterstützung für Helfer

Niemand, so Wolf-Dieter Pilger vom Ortsverein Breuna des Deutschen Roten Kreuzes, brauche als Ersthelfer eines Herzpatienten Angst bei der Handhabung des Gerätes haben. Der Defibrillator unterstützt den Laienhelfer durch klare sprachliche Anweisungen und Aufforderungen. Nur wenn man alles korrekt nach Anweisung ausgeführt hat, werde die Funktion freigeschaltet und könne durch den Anwender mit Hilfe einer Schocktaste ausgelöst werden.

Wie der neue Lebensretter eingesetzt wird und funktioniert, das demonstrierten Wolf-Dieter Pilger zusammen mit Holger Fritze, Wehrführer Andreas Austermühl sowie Horst Fabian den vielen Zuschauern bei der Übergabe an einer Übungspuppe. Viele Listinger nutzten das Angebot, das Gerät an der Puppe auszuprobieren. Im Ernstfall sollte sich niemand fürchten, das Gerät einzusetzen. Denn der Einsatz eines AED-Defibrillators durch Laien im Rahmen der Ersten Hilfe ist in Deutschland rechtlich unbedenklich. (zih)

Quelle: HNA

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