Gesundheitliche Gründe kein Grund mehr für Ablehnung eines Antrags

Kleiner Waffenschein: Zahl der Anträge im Kreis Kassel verzehnfacht

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Kreis Kassel. Immer mehr Menschen im Landkreis Kassel beantragen einen sogenannten kleinen Waffenschein.

Damit dürfen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen gekauft werden. „Seit September hat sich die Zahl der Anträge verzehnfacht", sagt Kreissprecherin Ute Jäger.

Im Jahr 2013 genehmigte der Landkreis noch 38 Anträge, 2014 waren es 34 und im Jahr 2015 dann 56, berichtet Jäger. Seit September steigt die Zahl der Anträge nun sprunghaft an. 138 liegen der Behörde derzeit vor, berichtet sie. Auch in diesem Jahr rechne man mit einer erhöhten Anfrage.

Rund zehn Prozent der Anträge werden abgelehnt. Gesundheitliche Gründe wie psychische Erkrankungen sind dafür allerdings kein Grund mehr. Eine Überprüfung beim Gesundheitsamt, ob zum Antragsteller Erkenntnisse vorliegen, die gegen die persönliche Eignung sprechen, ist weggefallen.

Ohne Prüfung der Person wird aber keine Genehmigung erteilt, sagt Jäger. Der Kreis fragt beim Bundeszentralregister an, beim Register der Staatsanwaltschaft, bei der Heimatgemeinde des Antragstellers und beim Landeskriminalamt (LKA). Dort dauere die Bearbeitungszeit länger, sagt Ute Jäger. Deshalb dauere es wiederum beim Landkreis drei bis vier Monate, bis ein Antrag komplett fertig bearbeitet ist. Nach drei Jahren muss der Antragsteller dann eine Zuverlässigkeitsprüfung machen, um den kleinen Waffenschein weiterhin behalten zu können.

Dass solche Waffen nur im Fall der Selbstverteidigung genutzt werden dürfen, sagt ein Händler aus der Region, der zwar keine Schreckschusswaffen, aber Pfefferspray verkauft. Andernfalls könne man sich strafbar machen. „Darüber klären wir die Käufer auch auf.“ Der Absatz von Selbstverteidigungs-Sprays sei in den vergangenen Monaten nur „geringfügig gestiegen“.

Quelle: HNA

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