Viele Besucher kamen am Wochenende

Kleines Dorf ganz groß: Lützelwig feiert 825. Geburtstag 

Hingucker: Die Forstwirte Mike Herrmann (links) und Alexander Reubert bearbeiten eine Eichenstamm, Marion Will und Benjamin Altmann färben und spinnen Socken in knalligen Farben.

Lützelwig. 825 Jahre alt wird der Homberger Stadtteil Lützelwig in diesem Jahr. Eine bunte Geburtstagssause wurde am Wochenende in dem kleinen Ort gefeiert. Die dreitägige Jubiläumsveranstaltung lockte viele Besucher aus der Region in das Dorf an der Bundesstraße 254 und bot ein abwechslungsreiches Programm.

„Das Wochenende lief besser als erwartet“, freute sich Festausschuss-Mitglied Frank Schlieper. Die knappe Vorbereitungszeit wurde den Veranstaltern zumindest nicht zum Verhängnis. „Wir haben ja erst im März mit den Planungen angefangen, aber am Samstag war richtig ’was los.“

Den Abschluss am Sonntag bildete ein bunter Dorfmarkt. Die Gäste freuten sich über traditionelle Handwerkskunst, eine Oldtimer-Schlepperausstellung sowie eine Bilderausstellung in der Kirche.

Auf der Feststraße widmete Herbert Gerhold seine ganze Aufmerksamkeit einem braunen Holzstuhl. Genauer, der Sitzfläche, in welchen der Stuhl-Flechter ein filigranes Muster einarbeitete. „Das nennt man Wiener Geflecht“, erklärte seine Frau Marlies. Die Eheleute aus Wolfershausen gaben beim Dorfmarkt Einblicke in das traditionelle Handwerk der Stuhlgeflecht-Erneuerung. „Circa acht Stunden braucht man für einen Stuhl“, sagte Herbert Gerhold.

Andernorts bearbeiteten die Forstwirte Alexander Reubert und Mike Herrmann aus Spangenberg einen großen, robusten Eichenstamm. Innerhalb von sechs Stunden wurde daraus eine rustikale Gartenbank. „Jeder Baum und jeder Stamm ist anders. Die Bänke sind alles Unikate“, sagte Mike Herrmann.

Eine Kunst: Herbert und Marlies Gerhold beim Stuhl-Flechten. Alle Foto: Hennek

Die Idee, den Besuchern des Dorffestes einen Färbe-Workshop anzubieten, hatte Benjamin Altmann. Mit Hilfe von Färbepflanzen ließ er Sockenwolle schnell in neuem Glanz und leuchtenden Farben erstrahlen. „Das war das erste Mal, dass wir den Workshop angeboten haben. Ich dachte, ich bringe einfach mal alles mit, und wer will, kann mit uns färben.“ Auch das Spinnen am Spinnrad konnte hier ausprobiert werden.

Bei der Schlepper-Ausstellung kamen Nostalgiefreunde ganz auf ihre Kosten. Gerhard Dosse präsentierte seinen schicken Porsche Junior Typ 108. Komplett renoviert und restauriert kann sich der 1959 gebaute Trecker sehen lassen. „Der erste Schlepper meines Vaters,“ sagte der Rentner erfreut über das Familienerbstück. Aus dem Internet hat Michael Wüst sein Goggomobil TS 250. Nach einem Coupé habe er gezielt gesucht und schließlich bei einer Onlineauktion Glück gehabt und den Zuschlag bekommen. Nach eineinhalb Jahren Restaurationszeit war er fertig.

Ob traditionelle Handwerkskunst, Oldtimer-Schlepper, der Bücher-Flohmarkt oder die Bilderausstellung in der Kirche, sicher war für jeden Besucher etwas dabei. Bei einem Stück selbst gemachtem Kuchen und den Klängen der Silberbergmusikanten klang das Jubiläum aus.

Von Svenja Hennek

Quelle: HNA

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