Identifikation im Internet bereitet den Ämtern weiter Probleme

Der Klick zur Behörde hat noch einige Tücken

Schwalm-Eder. Den Internet-Service von Behörden nutzen im Schwalm-Eder-Kreis immer mehr Menschen. 300 Klicks werden beispielsweise täglich für die Internetseite des Landkreises verzeichnet. „Am meisten interessieren die Leute die Bereiche der Kfz-Zulassungsstelle und die Sozialverwaltung“, sagt Dieter Werkmeister, Sprecher des Landkreises.

Man arbeite daran, die papierlose Kommunikation auszubauen. So seien Gewerbeanmeldungen heute über das Internet möglich. Probleme gebe es bei der Identitätsfeststellung im Netz. „Verfahren, die eine Art Unterschrift im Internet ermöglichen, werden bislang zu wenig genutzt.“

Auch die vier großen Städte des Landkreises, Homberg, Melsungen, Schwalmstadt und Fritzlar sind im Internet vertreten. Schwalmstadt.de hat mit 2500 Klicks pro Tag die meisten Seitenaufrufe. Die anderen Städte werden zwischen 210 und 1600 mal am Tag angeklickt. Außer in Fritzlar bieten die Städte Formulare zum Herunterladen an. Möglichkeiten, Formulare direkt online auszufüllen, gibt es bislang noch nicht.

Formulare der Arbeitsagentur Marburg, die für den südlichen Landkreis zuständig ist, können im Netz heruntergeladen werden. Wer sich arbeitslos melden muss, muss allerdings in die Agentur kommen. „Eine Arbeitslosmeldung ist kompliziert, weil Ansprüche geklärt werden. Das geht nicht übers Netz“, sagte Sprecherin Dr. Heike Beber.

Auch beim Finanzamt hat das Internet Einzug gehalten. Im ersten Quartal 2012 trafen 37 Prozent der Steuererklärungen bei den drei Finanzämtern des Landkreises übers Internet ein. Laut der Oberfinanzdirektion in Frankfurt war das eine Steigerung von elf Prozent zum Vorjahr.

E-Mails seien jedoch problematisch, sagt Monika Stasch von der Oberfinanzdirektion: „Sie sind wie Postkarten. Jeder kann mitlesen.“ Außerdem sei der Absender nicht sicher festzustellen.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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