Schwalmstädter plant Bau von zwei Energiespar-Gebäuden in Treysa nach einem patentierten Konzept

Klimahäuser mit acht Ecken

Der Prototyp von außen: In Iserlohn wurde im Jahr 2004 das Erhard-Ledwon-Haus gebaut, das als Vorbild für die geplanten Ocdomus-Häuser in Treysa dient. Fotos:  Privat

Treysa. Mit Anfang 70 noch ein Unternehmen gründen - das kommt für viele nicht infrage. Der Schwalmstädter Jürgen Hofmann wagte es: Im Juli 2014 gründete der damals 72-Jährige die Firma Ocdomus Klimaholzhaus zur Planung von energie-effizienten Häusern.

Hofmann, der von Beruf Energie-Effizienz-Berater gewesen ist, machte sich über ein Grundstück in Treysa Gedanken. Sein Plan: zwei innovative energiesparende Häuser. „Mir fiel das Konzept meines Kollegen Erhard Ledwon ein. Es wurde bisher nur einmal 2004 bei einem Hausbau in Iserlohn umgesetzt und seitdem weiterentwickelt“, sagte Hofmann.

Im Dezember 2014 hat sein Kollege Ledwon ein Patent für dieses Konzept erhalten. Das Besondere: ein geringer Energieverbrauch und ein hoher Grad an Nachhaltigkeit bei den Bauten, auf die es angewendet wird. Der heute 73-jährige Hofmann setzte es 2014 für die Planung von zwei Häusern am Südweg 12 in Treysa um. Er gründete dafür die Firma Ocdomus, damit „das Ganze Hand und Fuß hat“, erklärte er.

Die Ocdomus-Häuser zeichnen sich vor allem durch ihre Form aus: Die Außenwände sind im Achteck angeordnet, so fällt mehr Tageslicht herein. Das Haus wird durch die Außenwände gestützt, daher sind die Innenwände beliebig einsetzbar.

Hofmann plant die Häuser und beauftragt Baufirmen für die Umsetzung. Es wird mit Holz für die Wände und Papierabfällen als Dämmung gearbeitet. Für die Kühlung im Sommer sorgt die im Holz gespeicherte Feuchtigkeit. Es gebe keine Baureste, da die Wände in langen Bahnen vorgefertigt sind und nur passend abgetrennt werden müssen. Der Bau von Fundament, Wänden, Fenstern, Anlagentechnik und Dach dauere daher nicht lange, sagte Hofmann.

Über Photovoltaikmodule auf dem Dach wird die Sonnenenergie in Strom umgewandelt, der in einem eigenen Speicher behalten oder an Stromanbieter verkauft werden kann. Insgesamt gebe es kaum bis keine Energiekosten, erklärt Hofmann.

Eine Abluft-Wärmepumpe wälzt die Luft um, lüften ist nicht nötig. Die abgegebene Wärme der Luft erhitzt den Wasserspeicher unter anderem für Heizspiralen in den Wänden. Über die Anlagentechnik lässt sich dann die Raumtemperatur bestimmen.

1850 Euro kostet ein Quadratmeter, der Grundstückspreis kommt noch hinzu. Die Finanzierung ist mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau möglich. Beide Hausentwürfe am Südweg 12 beinhalten je zwei Eigentumswohnungen à 93 Quadratmetern. Sobald eine der Wohnungen verkauft sei, beginne der Hausbau, sagt Hofmann.

Infos: www.ocdomus.de

Von Rebecca Rohrbach

Quelle: HNA

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