Spohr Kammerorchester Kassel eröffnete den Spangenberger Musiksommer

So klingt ein heiterer Abend

Verbreitete mit seiner Musik eine ausgelassene Stimmung: Das Spohr Kammerorchester beim Auftakt zum Spangenberger Musiksommer. Foto: Dürr

Spangenberg. Das Spohr Kammerorchester Kassel eröffnete am Freitag den 6. Spangenberger Musiksommer. Unter dem Motto BaRock im Mai ließen sie in der Stadtkirche St. Johannis den Frühling hereinrauschen, dass so manchem Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken lief.

Dank der temperamentvollen Anleitung der 1. Geigerin Katalin Herceghs wurden die Allegri rasant gespielt, rhythmisch durchpulsierend wogten Melodien zwischen den Instrumentengruppen hin und her. Sprühend vor Musizierfreude spielten sich die Musiker gegenseitig die Melodien zu, um immer wieder aus kleinen Soli der Instrumentengruppen zu einem gemeinsamen Klang zu finden. Mit viel Schmelz setzten sich dagegen die langsamen Sätze ab, bis ins Äußerste gedehnt in den Tempi.

In dem schön abgestimmten Programm mit Johann Sebastian Bach (3. Brandenburgisches Konzert, Konzert für Violine a-Moll), Georg Friedrich Händel (Concerto grosso h-Moll) und Georg Telemanns Konzert für Trompete (strahlender Bläserklang durch Max Westermann) gab es zwei besondere Werke von Antonio Vivaldi zu hören: Das Konzert für zwei Violoncelli, in dem die beiden Solisten Wolfram Geiss und Leonard Disselhorst in einem ständigen Imitationsspiel einen rasanten Dialog führten. Ruhe kommt nur durch ein kurzes Largo als Mittelsatz in die Musik, der nur vom Basso Continuo begleitet wird. Das Konzert für vier Violinen beginnt im Gleichklang der vier Solisten Katalin Hercegh, Susanne Berendes, Helmut Simon und Rüdiger Spuck.

Stehende Ovationen

Daraus entwickelt sich eine heitere, ausgelassene Musik, die in vielen Passagen an den Frühling aus den vier Jahreszeiten erinnert. Schon nach den ersten Konzertstücken war der Applaus begeistert lang, und er steigerte sich am Ende in stehende Ovationen.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

Kommentare