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Klinikneubau Melsungen: Homberg war keine Option

Geschichte: Ende September 2010 wurde die Homberger Asklepios-Klinik geschlossen. Sie sei zu keinem Zeitpunkt eine Alternative zum Melsunger Neubau gewesen. Archivfoto: Brandau

Melsungen/Homberg. Der Neubau des Melsunger Klinikums sei notwendig, sagt Dr. Dirk Fellermann, Regionalgeschäftsführer Asklepios.

Die öffentlich diskutierte Schließung in Melsungen und eine Nutzung der vorhandenen Infrastruktur in Homberg würde der Krankenhausbetten-Bedarfsplan des Landes Hessen nicht zulassen.

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„Wir haben einen Versorgungsauftrag im Landkreis.“ Das Land betrachtet die Standorte auch geografisch. Melsungen sei als Notfallstandort unverzichtbar - so der O-Ton vom Land. Homberg sei zu keinem Zeitpunkt eine Option gewesen.

Den Neubau in Melsungen hält auch Klaus Bölling, Betriebsratsvorsitzender der Asklepios-Kliniken Schwalm-Eder, für dringend notwendig: „Wir begrüßen den Neubau ausdrücklich.“ Die Diskussion über Homberg sei Geschichte. Auch wenn man damals für den Erhalt und gegen die Privatisierung gekämpft habe - wer wisse schon, ob der Landkreis alle drei Kliniken hätte erhalten können. Das Land habe schon vor dem Kauf durch Asklepios signalisiert, dass ein Standort im Landkreis geschlossen werden müsste.

Mit den Kliniken in Schwalmstadt, Fritzlar und Melsungen sei der Versorgungsauftrag optimal erfüllt, sagt auch Fellermann. In Homberg wären mittlerweile weitaus höhere Investitionen nötig, als man in Melsungen ausgibt. Es gebe keine sinnvoll nutzbare Infrastruktur - der OP-Trakt stammt aus den 1980er-Jahren und die Patientenzimmer entsprächen nicht den heutigen Standards. „Die Investitionen, die von 2006 bis 2010 nach Homberg geflossen sind, waren ein Versuch, das Krankenhaus zu erhalten. Natürlich mussten wir investieren, schon um im Betrieb die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen.“ Aber letztlich habe das Krankenhaus keine Zukunft gehabt. Die Patientenzahlen waren schon in den Jahren vor der Übernahme rückläufig. Die Asklepios-Gruppe habe ausschließlich eigenes Geld investiert - Fördergeld sei nicht geflossen, sagt Fellermann. Etwa 150 000 Euro kostet derzeit der Unterhalt jährlich. Obwohl im ehemaligen Gebäudekomplex die Bundesagentur für Arbeit, die Elternschule des Landkreises, ein Notarztstandort und ein Schwesternwohnheim untergebracht seien, betrage die Gebäude-Auslastung nur zehn Prozent.

„Wir versuchen den Standort bundesweit zu vermarkten. Einen Leerstand wollen weder wir noch die Stadt Homberg“, sagt Fellermann. Konkrete Interessenten an der ehemaligen Klinik seien aber leider Mangelware.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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