Verein Schwertfechter-Nordhessen

Das Klirren der Schwerter: Verein übt auf historischer Grundlage

Treysa. Sie kämpfen gegeneinander. Im Kreis, mit Gesichtsmasken. Immer wieder krachen die über einen Meter langen Schwerter gegeneinander. Die Waffen sind stumpf.

Die Rede ist von den Schwertfechtern Nordhessen, einem ungewöhnlichen Verein für traditionelle europäische Kampfkünste. Die Zeitspanne der entwickelten Künste reicht vom Mittelalter zurück bis hin zum 19. Jahrhundert.

Der Verein beschäftigt sich damit, kulturelles Erbe und Sport miteinander zu verbinden. „Der sportliche Aspekt steht dabei im Vordergrund“, fasst Heiko Meckbach, Vorsitzender und Gründer des Vereins, zusammen. Außerdem sei es für ihn wichtig, dass nicht immer nur Kampfsporttechniken aus dem asiatischen Raum kämen, sondern dass es in Europa zum Beispiel im 13. Jahrhundert ebenfalls Techniken gegeben habe, die erlernt werden können.

In seinem Element: Heiko Meckbach, Vorsitzender der Schwertfechter Nordhessen, mit seinem Langschwert.

Die Idee der Gründung eines solchen Vereines kam spontan: Heiko Meckbach war Judokämpfer, zufällig ist er im Internet auf einen Schwerfechtworkshop gestoßen. „Ich habe gesucht, aber in Nordhessen gab es solch einen Verein nicht.“

Irgendwann machte er einen Aushang, ob Interesse an dieser etwas anderen Sportart bestünde. „Fünf Personen meldeten sich, von da an waren wir eine Interessengemeinschaft, 2009 wurde der Verein gegründet. Heute sind wir der zweitgrößte Schwertfechtverein Deutschlands“, erklärt Meckbach stolz. 120 Mitglieder über 16 Jahren sind es geworden. Historische Quellen, in denen erklärt wird, wie man fechtet, sind die Grundlage der Sportart. Die Texte werden gelesen und möglichst detailliert nachgestellt. Ohne diesen Grundstein sei das fachgerechte Erlernen nicht möglich.

„Meine Motivation liegt darin, die Fechtkunst zu erlernen, zu erfahren und weiterzugeben“, so Meckbach. Der Verein ist mittlerweile so weit gewachsen, dass er verschiedene Trainingsorte anbietet: In Bad Wildungen, Kassel und Schwalmstadt kann man sich die vielen Techniken aneignen. „Man hat nie ausgelernt, es gibt zwar 17 Grundtechniken, aber die Verbindung dieser ist offen und hängt von der Kreativität der Schwertkämpfer ab“, sagt Meckbach.

Dieser Kampf darf nicht mit einem in Ritterrüstung verwechselt werden: Gefochten wird in Sportkleidung, nicht in historischen Gewändern. So wichtig sind die geschichtlichen Fakten dann doch nicht. Meckbach wünscht sich, dass das historische Fechten sich mehr in der Gesellschaft etabliert, damit noch mehr Menschen die Schwerter aufeinander krachen lassen. Training: donnerstags, 19 bis 21 Uhr, Sporthalle des Gymnasiums in Treysa.

• Kontakt: Heiko Meckbach, Tel. 05665/800909.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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